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Hartz-IV-ler melden sich bei der GEZ ab

Wenn RTL, SAT1 und Co das Unterschichtenfernsehen sind, was sind denn dann die Öffentlich-Rechtlichen? Etwa Oberschichtenfernsehen? Das Fernsehen, das man sich leisten können muss? Zumindest wird es immer mehr von denen bezahlt, die noch genug Geld in der Tasche haben. Wer keines hat, muss auch keine GEZ-Gebühren zahlen. Das war schon immer so, Sozialhilfeempfänger und Studenten konnten sich befreien lassen. Dies gilt auch für alle, die unter Hartz IV fallen. Bei der GEZ türmen sich deshalb nun die Anträge.

20.000 statt geschätzte 12.000 Anträge auf Befreiung von GEZ-Gebühren treffen täglich ein. Die Bearbeitung dauert nicht wenige Tage, sondern einige Wochen. (via newsroom.de) Für die Sender könnte dadurch weniger Geld reinkommen – trotz der aktuellen Gebührenerhöhung. Zahlen dazu gibt es meines Wissens noch nicht.

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Lieber Giesecke, in diesem Punkt muss ich dir (leider) recht geben. Allerdings greift hier nun die Idee des Sozialstaates – dort greifen die Habenden den Habenichtsen unter die Arme. Die wirkliche Frage, Kollege, ist allerdings, ob die tägliche Berieselung vor der Mattscheibe denn nun ein Grundbedürfnis ist. Denn wer keinen Flimmerkasten hat, den interessiert auch keine GEZ Gebühr. Und wer unbedingt einen braucht – der kann bestimmt diese auch bezahlen.

Mal halblang, Wagenhöfer, ich habe jahrelang keinen Fernseher besessen, und ständig stand ein netter Vertreter im Auftrag des gebühreneintreibenden WDR vor meiner Tür. Er fragte mich höflichst (?), ob ich denn nicht mittlerweile einen Fernseher angeschafft habe. Gezahlt habe ich trotzdem: für das Radio. Und nach einem Besuch des freundlichen GEZ-Menschen, trudelte zwei Tage später ein Brief bei mir, in dem ich gebeten wurde, per Unterschrift zu bestätigen, was ich dem Herren schon an der Tür mitgeteilt hatte. Da sind schnell mal 25 Prozent meiner Radio-GEZ-Gebühren an die Deutsche Post überwiesen worden. Ganz zu schweigen vom freundlichen GEZ-Beamten, der seine kostbare Arbeitszeit für diesen Verwaltungsakt aufwenden musste. Er will ja schließlich auch was zum Kauen haben.

Wer kennt diese Geschichten denn nicht, lieber Giesecke? Ich bekomme auch ständig Post eine eine gewisse „Sofia“. Absender: GEZ. Nach ein paar Erklärungsversuchen war ichs leid und lasse sie nun schicken. Aber das alles ist nunmal eine Kosten/Nutzen-Rechnung, welche die GEZ durchführen kann. Wenn sich Kallo und Olaf, die ständig alte Ommas an der Haustüre wegen der GEZ-Gebühr abpassen nun lohnen, dann lassen wir ihnen doch ihren Spass. Wobei – wäre das eigentlich nicht eine tolle Beschäftigung für die Hartz-IV-Fraktion?

ja, mein Bekannter hat auch so ein Problem. Hat ´ne Kopie vom ALG II-Bescheid der GEZ vor Wochen zugeschickt. Jetzt bekommt er Antwort, dass es abgelehnt wurde wegen fehlendem RF-Kennzeichen. Er hat ja keinen Behindertenausweis oder sowas. Er will nur ´ne Befreiung. Anscheinend kapieren die Holzköpfe in Köln das nicht. Wenn ich so arbeiten würde, könnte ich in der Firma meinen Koffer packen. Ist es Jemanden auch so gegangen?

Das ist auch nur Schikane mit System.
In der Theorie, als schöne Propaganda, kann sich ein Hartzopfer von der GEZ befreien lassen. Aber praktisch stößt man schnell an Grenzen.

– Zuerst einmal läßt die GEZ ungeren jemanden aus den Klauen. Und hat viele Möglichkeiten die Abmeldung zu verschleppen oder abzulehnen. Eine falsche Angabe im Formular, ein vergessener Anhang, ein nicht beglaubigter Anhang reicht schon aus. Und die Rundfunkgebühren die während der versuchten Abmeldung auftreten die sind zu bezahlen.

– Wenn dann doch alles korrekt angegeben ist, dann zählen die Feinheiten des Einkommens. Im Prinzip reicht 1? über dem Regelsatz aus um zu reich zu sein. Das ist auf jeden Fall der sog. Armutgewöhnungszuschlag, das können Sonderleistungen sein, das kann ein Job sein. Und wer zu reich ist, der wird zur Kasse gebeten.

– Und dann reicht eine Abmeldung nicht aus. Zum aktuellen Stand der Schikane muß jedes Halbjahr, wenn das Hartzamt die Bewilligungsbescheide verschickt, die GEZ informiert werden. Wer die Sache verschläft, oder die beglaubigte Kopie vom Hartzamt zu spät bekommt, oder gar vom Hartzamt verschleppt wurde, oder dann bei der Bearbeitung der GEZ verschleppt wird, der hat wieder Gebühren zu bezahlen.

Für ein Amt wie die GEZ ist es eine Leichtigkeit die Abmeldung zu verschleppen. Eine falsche Angabe, eine geänderte Angabe, eine undeutliche Angabe reichen aus um für Wochen verzögert zu sein. Und das absolute Argument das immer zieht, das ist die GEZ-interne Bearbeitung die aufgrund des massiven Andrangs leider nicht nachkommt. Für Fehler die von der GEZ verschuldet werden ist der Zahler verantwortlich und hat dann zu zahlen!
Und, wenn wir die Sache abschätzen, dann genügen schon hunderttausend verschleppte Abmeldungen zu je 17? und die GEZ nimmt sich je Halbjahr 1.7 Millionen ? von den Minderbemittelten.

Lieber Thomas,

muß Dir absolut beipflichten, schlage mich auch schon seit März mit der GEZ herum. habe denen sogar mal klarzumachen versucht, dass wenn man unter der Pfändungsgrenze liegt sogar die GEZ ihr Recht verloren hat. Hat nichts genützt, soviel zu deren Intelligenzquotient, liegt irgend wo bei 17 Euro. Habe Ihnen deshalb jetzt vorgeschlagen sich die beglaubigten Kopien selbst zu besorgen und mich mit Ihren Drohbriefen zu verschonen, zumal ich schwer erkrankt bin und ein Verbraucherinsolvenzverfahren laufen habe. Bin jetzt mal gespannt, wie die reagieren da ich auch mit Veröffentlichung der ganzen Story gedroht habe.

Hallo Rudi,

leider ist von Dir kein weiterer Eintrag mehr zum Fortgang der ganzen Angelegenheit zu sichten.

Wie ist es denn ausgegangen??

Grüße Rio

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