Auf der anderen Seite des Grabens: die PR-Abteilung

Eben erst beim Werbeblogger gefunden: Thomas Knüwer, der für das Handelsblatt das Blog Indiskretion Ehrensache schreibt, hat Bloogle ein Interview zum Thema bloggende Unternehmen gegeben und ganz nebenbei das Verhältnis von PR-Agenturen und Journalisten auf den Punkt gebracht.

Freunde
Dicke Freundschaft unmöglich? Der Journalist und die Pressesprecherin
(Bild: stock.xchng)

Der Großteil dessen, was ich von PR-Agenturen bekomme ist unprofessioneller Mist. Dafür gibt es eine Reihe von Gründen, die meisten sind nachvollziehbar. Nur: PR-Leute haben zwei Kunden ? ihren Auftraggeber und mich. Und mich als Kunde interessiert nicht, welche Probleme PR-Agenturen haben, die mir meine Zeit stehlen. Ich werde nicht dafür bezahlt, Verständnis zu haben, sondern meinen Job zu machen. Genauso übrigens muss kein PR-Mensch Verständnis für meine Fehler haben. Wir sind im Business und nicht auf der Walldorf-Schule.
Thomas Knüwer im Bloogle-Interview

Als sehr effektiv habe ich übrigens die PR erlebt, die nach der Strategie Einvernehmen-durch-Umarmen vorgeht. Das ist zwar meist noch kein Walldorf-Geschwubber („lassen Sie uns doch mal darüber reden“), aber wenn man nach einem Hintergrundgespräch immer noch nicht weiß, was der kritische Punkt am Produkt ist, hat man als Journalist definitiv was falsch gemacht. Oder wie Freenet-Chef Eckard Spoerr einmal meinte: „Das liegt wohl daran, dass Herr Giesecke nicht die richtigen Fragen stellt.“ Recht hat er. Da war ich definitiv nicht gut vorbereitet.

Kann alles passieren. Nach dem Sprechen ist aber vor dem Schreiben. Und genau an diesem Punkt muss man sich den Kopf zurecht rücken, wie es Thomas Knüwer beschrieben hat: Ob Journalist oder PR, jeder macht seinen Job – und dies ist zwangsläufig ein anderer. Beide stehen am selben Graben, aber eben auf einer anderen Seite. Freundlichkeit im Umgang miteinander ist gut, letztlich aber auch Handwerk. Anhänge, die sich nicht öffnen lassen, und Meldungen über Girls-Day-Veranstaltungen sind einfach Zeitfresser und nerven.

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Keine Kommentare

  1. Hey, hey! Das „Geschwubber“ ist – in diesem Falle – von mir und heißt außerdem „Geschwurbel“.
    Nichts für Ungut 😉 Nett, dass Sie den zweiten Aspekt im Interview noch mal herausstellen. Schluss mit der Liebelei.

  2. Nun ja, dein „Geschwurbel“ habe ich zwar gelesen, aber „Geschwubber“ ist eindeutig in meinem aktiven Wortschatz und sogar eines meiner Lieblingswörter. Zumindest derzeit. Hat man im netzausfall auch schon des öfteren lesen können. – Aber „Geschwurbel“ ist ohne Zweifel auch ein feiner Ausdruck. Keine Frage. Und ich will deinen Verdienst auch gar nicht schmälern.

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