Das Lied zum Fußball-Aus

Was sind mir die Brötchentüten auf den Geist gegangen. Überall, wo man hinschaute, hatte sich ein kleiner Handwerksmeister und Supermarktbesitzer in seiner auf dem heimischen Bolzplatz trainierten Intelligenz einen kleinen Gag zur WM ausgedacht – den natürlich nur er hatte. Und so schenkt mir der Kaiser’s nun bei jedem Einkauf so ne Art Fußballgedenkmünze, nur aus Plastik, dafür aber in einer Kondomverpackung. Beim Bäcker gab es letztens einen kleinen Sonnenschutz, der nur meinem achtjährigen Sohn passen würde, wenn ich einen hätte. Zuletzt habe ich sowas in den Sommern zwischen den Weltmeisterschaften 78 und 82 getragen, damals stand noch Sinalco drauf, aber das ist heute bestimmt auch verboten.

Und wenn sich die großen Unternehmen mit den guten Agenturen zusammensetzen, kommen auch nur Finalkartengewinnaktionen heraus, bei denen man ganz viel Cola trinken muss, aber keine Finalkarten gewinnt. Dafür spannt sich mein Colabauch nun unter dem Fantrickot. It’s my Heimspiel! – Das war fürs Volk. Aber mit Virus im Agenturhirn kommen auch so Aktionen wie das Bloggerhaufenkaufen heraus. Eben viral. Habe ich mir nicht angeschaut, nur darüber gelesen. Aber warum sollte ich mir das auch anschauen? Interessiert mich das?

Habe ich deshalb nun mehr Brötchen gekauft? Oder bin öfter im Kaiser’s als im Stüssgen gewesen? Nein. Zugegeben, ich habe eine zeitlang mehr Cola getrunken, dies aber auch ziemlich schnell wieder drangegeben. Ein nachhaltiger Effekt, die verdienen in Zukunft nicht mehr so viel an mir. Sorry Jungs, mein Bauch gehört immer noch mir.

Und dann das ganze Gedudel aus dem Radio. Da gab es ein Lied zur WM, ein Lied der FIFA, ein Lied für jeden Sender, einen DJ für den Tourbus, der nebenbei auch noch rechter Stürmer spielen kann. Mir hat nur noch ein Lied der Frau des englischen Ex-Kapitäns gefehlt, aber die kann bestimmt gar nicht singen. Ich habe das alles nicht mehr auseinander gehalten, aber das Grönemeyerlied war definitiv daneben. Aber dann kamen die Sportfreunde Stiller. Cooles Lied, gut gemacht. Und wenn Deutschland Weltmeister geworden wäre, hätte sich das verkauft wie warme Semmeln. Aber ist ja nicht. Und dann lese ich heute morgen auf Medienrauschen, dass Fettes Brot ein Lied gemacht hat.

Wie kommt man darauf, so ein Lied zu machen? Wären die Deutschen mit Schmach untergegangen, gegen Costa Rica und so, hätte das dann noch funktioniert? Oder wenn WIR Weltmeister geworden wären? Es gehört schon eine gewisse KaltblütigkeitCoolness dazu, ein Lied zur Niederlage im Halbfinale zu schreiben. Und ab August wird dann wieder beim Verein mitgefiebert.

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Keine Kommentare

  1. Die Pressemitteilung kam reichlich spät, das Lied samt zugehöriger Website ist schon eine ganze Weile online zu haben. Trotzdem schön 🙂

  2. Das stand auch schon in den Kommentaren bei Medienrauschen, mir fehlte nur vorhin die Zeit, das noch zu erwähnen. Entscheidend fand ich, dass anscheinend die Pressemitteilung erst heute erschien. Das habe ich so interpretiert, dass dies eine Reaktion auf die gestrige Niederlage war.

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