Spiegel Online, Anne Will und die Mediathek

Ich besitze keinen Fernseher, deshalb schaue ich ab und zu im Internet, ob ich dort eine Sendung entdecke. Die Mediathek des ZDF ist nicht schlecht, dennoch hatte ich gestern einige Schwierigkeiten herauszufinden, was von „Wetten dass?“ des Vorabends online zu finden ist. Jedenfalls nicht die komplette Sendung, sondern nur ein Haufen von Videos und Bilderstrecken, die man nicht übersichtlich aufgelistet sieht (es sei denn, man weiß, wo man danach suchen muss).

Unter „Sendung verpasst?“ findet man die Sendungen der letzten Woche, die man online nachschauen kann. „Wetten dass?“ ist nicht dabei. Das ist eine der Sackgassen. Nicht, dass ich ein Fan von Gottschalk wäre. Das Boulevardmagazin meiner Wahl, Spiegel Online, hatte mit einem Foto von Jennifer Garner aufgemacht, da wollte ich halt mal gucken. Und was lese ich heute dort? Anne Will hat dem Mehdorn eingeheizt. Will ich sehen!

Auch bei der ARD soll es demnächst eine Mediathek geben. Wenn ich auf ard.de auf Fernsehen klicke und dort links oben nach „Anne Will“ suche, erhalte ich als erstes Ergebnis: „DasErste.de – Beckmann – Anneliese Rothenberger“. Wenn ich das Sichtfeld scanne, erblicke ich nur ein Ergebnis mit Anne Will: „DasErste.de – Beckmann – Anne Will“. Auch nicht die Sendung. Zurück zum Anfang.

Irgendwo gibt es auch einen Link „Sendungen im Ersten A-Z“. Dort erscheint unter „A“ ein Link zur Sendung „Anne Will„. Nach etwas Suchen fällt mir auch das kleine Videosymbol auf: „Chaos auf der Schiene. Streitfall Bahn„. Angeklickt, die komplette Sendung gefunden. Löblich.

Was schreibt Spiegel Online unter „Will zähmt Mehrdorn„: „‚Das heißt, Sie lassen sich gar nicht auf meine Frage ein?‘, fragt Will mit gerunzelter Stirn.“ Das liest sich wie heftiger Widerspruch. Anne Will als Anti-Christiansen? Was ich dann auf ard.de sehe ist lauer Kaffee. Die Frage wird zwar gestellt, der Blick aber darauf gesenkt. Kein Nachdruck. Mehdorn macht weiter im Programm, in seinem. Da wird niemand gezähmt. Keine Ahnung, welche Sendung die Spiegelkritikerin gesehen hat.

Wieder einmal bin ich froh, dass ich keinen Fernseher habe.

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