iPhone und Android: Nokia Maps spricht mit dir

One Ökosystem to rule them all – diesen Anspruch hat Nokia aufgegeben, als es sich mit Microsoft zusammentat. Damit meine ich nicht, dass auf einem Nokiagerät das gleiche Betriebssystem läuft wie auf einem von Samsung, das war auch früher schon so, bei Symbian, hat bloß keiner gemerkt. Neu ist, dass Nokia seine Früher-Ovi-jetzt-Nokia-Dienste auf andere Plattformen bringt. Auf dem iPhone und Smartphone mit Android ist jetzt sogar über Nokia Maps die Navigation mit Sprachansage möglich. Wow.

Nokia stellt dafür keine App bereit, sondern bereitet seinen Kartendienst im mobilen HTML5-Browser auf. Das funktioniert dann in der Regel zwar auf mehr Geräten, dafür aber mit weniger Funktionen. Und wenn, dann ist es etwas umständlicher. So wird man bei jedem Aufruf von m.maps.nokia.com gefragt, ob man der Website auch den Zugriff auf den aktuellen Standort erlauben möchte. Das war auch bisher schon so. Hinzugekommen ist die Frage, ob man Sprachanweisungen nutzen und dafür ein Datenpaket von zwei Megabyte herunterladen möchte.

Die größere Einschränkung ist momentan allerdings noch, dass man sich mit dem so präparierten Smartphone nicht einfach ins Auto setzen kann. Die Navigation per Sprachführung gibt es derzeit nur für Fußgänger. Man streift also mit dem Handy in der Hand durch die Fußgängerzone einer fremden Stadt, plötzlich tönt es aus dem Lautsprecher: An der nächsten Häuserecke bitte links abbiegen. Oder so ähnlich. Wie penlich ist das denn? Normalerweise wird die Sprachnavigation für Fußgänger extra abgeschaltet.

Eine Chance auch für Tizen und Mozilla

Der Witz ist schnell gemacht, lange darauf herumreiten sollte man allerdings nicht, denn Nokia hat sich wohl etwas dabei gedacht. Gezeigt wird hier erst einmal nur eine neue Technik, und die hat Potential. Es ist sinnvoll, eine für den Straßenverkehr so wichtige Funktion erst einmal in einem begrenzten Rahmen zu testen. Es zeigt aber, dass es Nokia erstens ernst damit ist, mit seinen Diensten auch auf andere Plattformen zu gelangen, und zweitens, dass Anwendungen, die in mobilen Browsern laufen, (hoffentlich) zuverlässig auf die Hardware des Gerätes zugreifen können.

Wenn es nicht mehr so wichtig ist, ein Smartphone zu kaufen, das Zugriff auf einen großen App-Store hat, dann ist auch die Frage nach dem mobilen Betriebssystem nicht mehr so wichtig. Alternative Systeme wie Bada, Tizen und Boot to Gecko bekommen dann eine größere Chance. Sie müssen nur ihren Browser auf dem neuesten Stand halten.

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