Goodbye Tizen, hello Blackberry

Wenn es in diesem Frühling ein Smartphone mit dem Betriebssystem Tizen gegeben hätte, ich hätte es mir vermutlich gekauft. Laut CNet wird es aber frühestens im Oktober erscheinen. Eldar Murtatin, für gewöhnlich gut informiert, setzt sogar noch einen drauf: „Tizen is almost dead. It isn’t delay. That’s cancel of the whole project. I doubt that samsung will launch more than one device for 2014“. Das wäre dann das, was Nokia mit MeeGo gemacht hat. Und in China fällt ein Sack Reis um.


Ganz ehrlich. Wer glaubt, dass Tizen, Ubuntu, Firefox OS oder Sailfish besser sein wird als Android oder das iPhone, ist ein hoffnungsloser Romantiker. Da wird seit Monaten an neuen Oberflächen herumgebastelt. – Schaut mal her, was passiert, wenn man mit dem Finger von unten statt von links wischt? Toll, was? – Huh. Solange es nicht schnell und flüssig läuft, ist es für den Arsch.

Dazu gehört auf jeden Fall ein schneller Browser, der nicht nach dem Laden noch drei Sekunden wartet, bis er die Seite auch anzeigt. Mir persönlich wichtig ist dann noch eine saubere Umsetzung des IMAP-Standards, eine lange Akkulaufzeit und eine Tastatur. Ich komme einfach nicht mit diesen Touchscreens zurecht. Unten muss ich aufpassen, dass ich den richtigen Buchstaben treffe. Oben muss ich kontrollieren, ob ich ihn auch richtig getroffen habe. In der Mitte werden mir Vorschläge gemacht, was ich vielleicht gemeint haben könnte. Wenn ich nicht aufpasse, steht da dann ein ganz anderes Wort, als ich getippt habe. Das ist Stress für mich. Pur.

Ich habe einige Handys mit richtigen Tasten besessen, das Palm Treo 650, das Nokia 61i oder das Palm Pre. Die Tastaturen waren durchaus unterschiedlich, aber ich habe immer eine Sicherheit beim Tippen entwickelt und eine ausreichende Geschwindigkeit. Es gab mal QWERTZ-Geräte mit Android und mit Windows Mobile – jetzt nicht mehr. Überrascht war ich, als Thorsten Heins bei der Vorstellung von Blackberry 10 dann das Q10 präsentierte – mit der tiefen Überzeugung (daran scheint es ihm generell nicht zu mangeln), dass viele auf einen Blackberry im klassischen Format gewartet hätten. Wer gegen iOS und Android bestehen möchte, darf nicht versuchen, es besser zu machen. Anders muss es sein.

Ich beobachte bereits den Preis des Blackberry Q10, er ist von 679 Euro auf unter 499 Euro gefallen. Wie weit muss er noch sinken, dass ich zuschlage? Auch bei Ebay habe ich schon geschaut. Für 450 Euro erhält man dort ein gebrauchtes Q10. Aber warum gibt das jemand schon nach anderthalb Monaten wieder ab?

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2 Kommentare

  1. Ich hab jetzt zwei Tage das Q10. Zwei dicke Pluspunkte, die mir als PalmPre-User gefallen: Wischgesten und Hardwaretastatur.

    Die Bedienung des OS könnte konsistenter sein, die Benachrichtigungseinstellungen sind zuviele, man kann nur einen Twitteraccount in den Hub integrieren und die Appsituation ist halt beschissen (der „beste“ Twitterclient kommt um Welten nicht an TweetBot ran), aber das war ja vorher klar.

    Aber als Kommunikationsdevice (Außer GoogleTalk gibts auch nix für Jabber, dafür integriert sich das in den Hub) ist es sehr brauchbar.

  2. Benachrichtigungen habe ich meist weitgehend ausgestellt. RSS und Tweets kommen bei mir per E-Mail an, die will ich unterwegs nur lesen und nicht darauf reagieren. Wenn ich auf eine wichtige Mail warte, lasse ich es mal piepsen, wenn ich unterwegs bin, sonst rufe ich aber alles manuell ab. Ich werde vielleicht WhatsApp installieren, den Freunden zuliebe, damit ich sie finden kann, wenn es irgendwo zu voll ist und keiner das Klingeln hört.

    Ich werde mich dann nochmal schlau machen, wie gut man die Benachrichtigungseinstellungen finetunen kann. Danke für den Hinweis! Bin gespannt, ob du auch in ein paar Wochen mit dem Q10 noch zufrieden bist.

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