Mein ganz persönlicher Netzausfall: AOL-DSL wird abgestellt

Irgendwie funktionierte in der Küche das WLAN nicht. Mal brach die Bandbreite ein, mal riss die Verbindung ganz ab. Die Diagnose war schon mühsam, letztlich lag es aber am DSL-Router. Warum auch immer. Also musste neue Hardware her. Diesmal mit VoIP. Eigentlich hatte ich schon länger vor, meinen DSL-Provider zu wechseln, schließlich sind die Flatratepreise bereits vor Monaten in den Keller gesackt. Jetzt war der richtige Zeitpunkt gekommen.

AOL-Männchen
Quelle: AOL

Ich entschied mich für die City-Flatrate von 1&1 und die Fritz!Box Fon WLAN 7050 von AVM. Also habe ich Freitag bei AOL angerufen und gekündigt. Das geht immer nur zum Ende des Abrechnungszeitraums, also zum Dienstag. 16 Uhr würde abgeschaltet. Falls es mein neuer Provider nicht schaffen sollte, mich bis dahin ins Netz zu bringen, könnte ich auch nochmal anrufen und meinen Vertrag mit AOL um einen Monat verlängern. Das nennt man Service.

Dann habe ich meinen neuen DSL-Anschluss bei 1&1 bestellt. (Habe gerade meine Profiseller-ID nicht zur Hand, Link wird nachgeliefert.) Die Bestätigungsmail kam prompt. Plus Link, wo ich meinen Bestellstatus nachfragen könne. Doch dort werde ich seitdem nur vertröstet.

Ihr 1&1 DSL-Anschluss wird aktuell von einem Mitarbeiter bearbeitet. Wir erwarten in Kürze den Schaltungstermin der T-Com. Erfahrungsgemäß ist die frühestmögliche Umstellung nach 12 Werktagen möglich. Eine frühere Schaltungsmöglichkeit besteht leider nicht. Sobald uns Ihr Termin vorliegt, werden wir Sie per Post hierüber informieren.

Montag musste ich also handeln. Überlegt, ob ich die paar Tage nicht mit DSL-by-Call überbrücken solle. In Erinnerung hatte ich, dass der DSL-Anschluss von 1&1 beim Kollegen recht schnell geschaltet wurde. Allerdings hat der Provider immer noch keinen Schaltungstermin von der T-Com. Wer weiß, was die dort machen? Also habe ich wieder bei AOL angerufen. Dann, wenn normale Berufstätige schon zuhause sind. Wen habe ich also an der Strippe? Den Studi. Vermute ich mal.

Alles kein Problem. Die 16 Uhr wären gar nicht bindend, die Abschaltung könne auch vorher geschehen. Er müsse nur kurz schauen, wo man die Kündigung rückgängig machen könne. Dummerweise nehme die Software die Änderung gerade nicht an. Er müsse da ein anderes, „älteres“ Programm für starten. Er mache das dann. Und wieso kam mir das nun spanisch vor? Tja, ich habe selbst mal in so einer Hotline gesessen. Als Studi. Mit anderen Worten: Ich wusste, dass das schief gehen wird.

Wieso habe ich dann nichts dagegen unternommen? Wenn es um die eigenen Sachen geht, bin ich manchmal nachlässig und dumm. Ich hätte ja mal bei 1&1 anrufen können, habe aber auf die Schnelle keine Nummer gefunden (außer der vom Sprachcomputer). Und wenn wäre sie bestimmt teuer gewesen. Und schließlich liegt es ja bei der T-Com. Steht da jedenfalls. Ich dachte mir, dass das schon irgendwie klappen würde.

Heute morgen war dann DSL weg. War ja klar. Also habe ich wieder angerufen, bei einer netten jungen Dame. Sie versuchte sich dann auch an der Kundenrückgewinnung: Weshalb ich denn wechseln würde? Beim Stichwort 1&1 bekam ich schließlich die übliche Konkurrentenschelte zu hören: Wenn Sie Voice over IP machen wollen, werden die sie schnell wieder loswerden wollen. Das könne ich auf onlinekosten.de nachlesen.

Na, super. Das Onlinemagazin kenne ich doch. Immerhin war ich dort drei Jahre lang dafür verantwortlich, dass solche Geschichten veröffentlicht werden. Genützt hat es mir Dummbatz anscheinend nichts. Noch während des Gesprächs war mein AOL-DSL wieder geschaltet. Jetzt warte ich auf 1&1.

Beteilige dich an der Unterhaltung

Keine Kommentare

  1. Tja, Giesecke, jetzt weiss ich wieder, warum ich meinen Anschluss bei der Telekom habe. Die ist vielleicht ein bisschen teurer, hat keine integrierten VoIP-Tarife und produziert auch manchmal selbst Netzausfälle, aber zumindest ist die Störungshotline 24/7 besetzt. Und zudem wurden alle meine Anschlusswünsche bisher sehr schnell bearbeitet. Oder hatte ich da vielleicht bisher nur Glück?

  2. Naja, einmal alle paar Jahre darf das durchaus vorkommen – wenn man vorher gewarnt wird zumindest. Da hätte dich auch ein Anschluss bei 1&1 nicht vor geschützt, lieber Giesecke. Aber man kann es auch schlechter haben: Auf den Arcor-Anschluss haben wohl einige Kunden noch länger gewartet.

  3. Ihr Komiker müsstet es doch eigentlich besser wissen. Auch ich habe noch nie Ärger mit der T-Com gehabt. Weil ich noch nie DSL von denen hatte. Das hat den praktischen Zusatzeffekt, dass man auch mit 1&1, freenet und Konsorten keinen Trouble hat (obwohl ich die bei Schaltproblemen wie diesem für schuldlos halte).

    Ich bin mit einem der anderen Provider im Netz, einem mit eigener Infrastruktur. Gute Leistung, guter Service. Kostet vielleicht ein bisschen mehr. Aber es war immer schon etwas teurer, einen besonderen Geschmack zu haben.

  4. Den Provider, lieber Victor, muss es allerdings auch erstmal flächendeckend geben. Hier in der Provinz komme ich nur an die Infrastruktur der Telekom ran. Kein Arcor. Kein QSC. Kein NetCologne. Kein Kabel-BW. Kein garnix. Leider.

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.