Spiegel Online und der Beischlaf junger Katholiken

Die Jugend der Welt kann doch den lieben langen Tag nicht nur beten, dachte sich Spiegel Online und titelte „Sie beteten und schliefen miteinander„. Sex sells. In einem Jugendcamp muss es doch auch zum Austausch von Körperflüssigkeiten kommen, oder? Im Text findet sich davon allerdings keine Spur. Beim einzigen Körperkontakt, der belegt wird, handelt es sich um Händchenhalten. Und das gilt selbst unter Katholiken nicht als Sex.

Bett mit Kreuz
Quelle: PhotoCase.de

Aber es ist ja Wochenende. Das will man schließlich nicht verpassen. Auch nicht in der Redaktion von Spiegel Online. So manches Phänomen ist dort am Freitagnachmittag schon durchgehuscht, das erst im Laufe des Wochenendes oder am Montagvormittag korrigiert wurde. Nach zwei Tagen ist dies hier aber immer noch nicht der Fall.

Zurück zum Freitagnachmittag. Es ist Urlaubszeit. Vielleicht ist das auch der Grund, weshalb es eine Agenturmeldung auf die Seite geschafft hat. Von ddp. Ob auch die Überschrift in dieser Form von dort mitgeliefert wurde? Oder wurde nur ein langweiliger Text durch die neue Headline etwas aufgepeppt?

Dabei beherrscht der Autor die Kunst der wohl dosierten Ironie: „so haben Josef aus Wien und Maria aus Toulon ihre erste gemeinsame Nacht auf dem Kölner Weltjugendtag verbracht“ Eine schöne Doppeldeutigkeit, an die die Überschrift nicht heranreicht. Da es sich um zwei 16-jährige auf der Wallfahrt handelt, gehen wir aber mal davon aus, dass beide gesittet nebeneinander im Zelt lagen. Oder woanders. Zum Beischlaf, wie die Überschrift nahelegt, ist es wohl nicht gekommen. Nur in der Fantasie von Spiegel Online. Pfui.

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Keine Kommentare

  1. Ich sehe schon die dicken Bäuche der jubelnden Papisten-Mädchen, die sich von schwuppigen Italienern haben aufreissen und auf dem Marienfeld schwängern lassen.

    Und dann ist’s aus mit dem Jubel für den Papst, wenn man plötzlich schwanger ist und nicht abtreiben darf…

  2. Gute Frage. Ich glaube aber, dass der Beischlaf, den Spiegel Online da herbeischreibt, durchaus mit Präservativ vollzogen wurde. Dass der Jubel für den Papst mit einem Bruch seiner Vorschriften Hand in Hand gehen kann, zeigt ja schon, wie es zum dicken Bauch kommen konnte. Da wird sich dann auch ein pragmatischer Weg finden, diesen wieder wegzubekommen. Gerne dürfen das dann auch neun uneheliche Monate sein. Nicht jede Weltjugendtagteilnehmerin wird gleich nach Holland fahren wollen. Auch wenn es nicht weit ist.

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