Chad Kroski, sein Vertrag und andere Knebel

Wer ist eigentlich Chad Kroski? Einfach mal Google fragen. Aber bitte nicht direkt zu chadkroski.com surfen, denn dort gibt es gar keine Infos zum Kult-Autor. Chad Kroski ist nämlich kein Schriftsteller, sondern eine (bald) eingetragene Marke von T-Mobile. Und deshalb verschicken die Mobilfunker auch Abmahnungen. Zum Beispiel an den Betreiber von chadkroski.com. Die Website ist nun offline. Kultig ist das gerade nicht. Der Werbeblogger hat die Vorgänge dokumentiert.

Chad Kroski?
Quelle: T-Mobile

Sogar die offizielle Chad-Kroski-Website von T-Mobile ging offline. Im Netz wurde schon das Ende von Chads Karriere und der T-Mobile-Kampagne vermutet, doch mittlerweile ist die offizielle Website wieder online. Dabei lief die Kampagne wie aus dem Bilderbuch. Ein schön anzusehender Fernsehspot, zwei Backfische, ein Bestsellerroman, eine Band, zwei Backfische mit mobilem Internetanschluss, ein gelungener Flirt. Jetzt fehlt nur noch: Gehen wir zu dir oder zu mir? Aber alle Wege führen zu T-Mobile. Dank der Abmahnungen.

Dabei haben die ersten User schon begonnen, aus Chad Kroski einen Wettbewerb zur Suchmaschinen-Optimierung zu machen. Man kennt dies bereits von der Hommingberger Gepardenforelle. Nur dass es dort gewollt ist. T-Mobile dagegen möchte bei allen Suchanfragen zu Chad Kroski am liebsten nur T-Mobile als Ergebnis sehen. Doch auf Platz 1 steht bei Google momentan minga.de, weshalb sich T-Mobile den Platz darüber erkauft hat.

Die Blogospähre regt sich natürlich darüber auf, aber das Verhalten von T-Mobile ist wohl legitim. Klug ist es jedoch nicht. Souverän wäre es gewesen, das Netz in die Kampagne miteinzubeziehen. ConnectedMarketing.de möchte sogar einen Chad Kroski Award ausschreiben. Warum sollte das Netz nicht an einem Chad-Kroski-Roman mitschreiben? Oder zumindest eigenen Beiträge für den Award einreichen. Ich würde da sogar mitmachen.

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Keine Kommentare

  1. Mich würde eher interessieren, ob und wieviel neue Kunden die Kampagne T-Mobile beschert hat. Auch wenn man da kein wirkliches Pay-Per-Click feststellen kann, müsste das doch rauszufinden sein. Denn das war ja der eigentliche Zweck der erfundenen Figur. Verträge verkaufen. Und nicht, irgendwelche Blog-Diskussionen anzuregen. Wobei, dem magenta Konzern ist ja eigentlich jedes Mittel recht, um in die Medien zu kommen. Schlechte PR ist immer noch PR.

  2. Die schlechte PR war sicherlich nicht beabsichtigt. Da hat wohl eher das Primat der Rechtsabteilung, das in großen Unternehmen gilt, zugeschlagen. Und sicherlich, lieber Wagenhöfer, entstehen aus dem Kult um Blogaktivitäten auch Vertragsabschlüsse. Nur messen wird man dies nicht exakt können. Das mag das Wissenschaftler in dir betrüben, aber darin liegt doch auch die Kunst. Geile Kampagnen entwickeln, die funktionieren. Ohne das jemand wirklich sagen kann, woran es gelegen hat.

  3. Wie du weißt, Wagenhöfer, arbeite ich nicht für T-Mobile. Aber ich gehe mal davon aus, dass solch handwerklich gut gemachte Kampagnen, den Leuten zeigen, was demnächst mit dem Handy alles möglich ist. Und natürlich auch, wo man es kaufen kann. Ich glaube auch nicht, dass von heute auf jetzt sich jeder gleich ein Smartphone zulegen wird. Durch die Vertragslaufzeiten über 24 Monate, hat der Kunde im Schnitt aber 12 Monate Zeit, sich auf sein neues Handy vorzubereiten. Dem bereitet Chad Kroski den Weg. Vodafone hat dies übrigens seinerzeit mit UMTS ganz ähnlich gemacht. Auch da hat es funktioniert. Glaube ich zumindest. Aber das wissen wiederum nur die Vodafoner.

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