Radio-News: Eine bessere Zeitansage

Warum ich Nachrichten im Radio höre? Damit ich weiß, wie spät es ist. Ansonsten kann ich dem nicht viel abgewinnen. Nur manchmal, bei echten Neuigkeiten, schaue ich dann im Internet nach, was wirklich passiert ist. Aber die Wissenschaft ist mal wieder anderer Meinung. Heise online und andere zitieren den Medienwissenschaftler Helmut Volpers: „Die Hörer wollen aus dem Radio auch Information und nicht nur ein Hintergrundrauschen.“

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(Bild: StockExchange)

Die These ist ganz einfach: Musik wird übers Internet gezogen. Auf das Gedudel im Radio kann man getrost verzichten. Einziger Bonus des Radios: gute Nachrichten. Dann wird an- und nicht abgeschaltet. Und schwuppdiwupp wird der Hörfunk auch gleich profitabel. Dumm nur, dass Volpers zugleich fordert, keine Werbung zwischen Nachrichten und Wetter zu schieben.

Aber wenn ich direkt nach den Nachrichten wieder ausstelle, bekomme ich die Werbung doch gar nicht mehr mit. Irgendetwas stimmt in der akademischen Rechnung nicht. Und außerdem: Wenn die Hörer sich nun schon Musik aus dem Netz ziehen, warum sollten sie dies nicht auch mit den Nachrichten tun? Dort flitzen zwar auch Werbebanner über die Seite, aber immerhin kann man sich in die Tasche lügen, dass man diese nicht beachtet. Mir jedenfalls sind die News im Radio herzlich egal.

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  1. Der größte Markt für das Radio sind wohl immer noch die Autofahrer. Denn da ist zum Beispiel der Verkehrsfunk sehr interessant. Zumindest, bis dann auch die große Masse ein Navi-System hat, das sich die Staudaten per UMTS aus dem Netz zieht. Und dank Mobil-Flatrate könnte man ja prinzipiell auch Web-Radio hören. Das mache ich übrigens relativ gerne, zum Beispiel während der Arbeit.

  2. Oje, eine Mobil-Flatrate? Die wird es wohl nicht so schnell geben. Mit dem Digitalradio, das über kurz oder lang kommen wird, kann man Zusatzinfos im Datenstrom unterbringen. Damit werden dann die Navisysteme gefüttert werden. Dafür und für Radio lohnt sich auch in Zukunft immer noch ein echtes Broadcasting-System. Aber muss ich dann wirklich noch klassisches Radio hören? Die Mucke kommt von der Festplatte (AutoPod) und unterbricht für aktuelle Verkehrsmeldungen. Oder noch besser: Das Navi ändert im Hintergrund die Route.

  3. Warum denkt Ihr bei Informationen immer an die 5 Minuten Nachrichten? Das Radio-Programm ist billiger zu produzieren (als Fernsehen) und bietet daher eine große Auswahl an interessante Interviews, Diskussionen, etc. Während meiner Zeit in Bonn habe immer sehr gerne WDR5 gehört. Es gab viele interessante Diskussionen und nachts gab’s Radio Multikulti, das gibt meine Festplatte an Musik nicht her. Die meisten Songs kannte ich gar nicht.
    Jetzt sagt ihr sicher, dass man ja auch Blogs lesen oder hören kann. Aber bisher haben die Blogs Probleme interessante Interviewpartner zu bekommen. Und mal ehrlich, weit über 90% der Blogs sind doch echt schwach. Für mich wird das Radio noch lange eine Informationsquelle bleiben. Im Moment höre ich gerade Radio. 🙂

  4. Also Radio möchte hier niemand durch Blogs ersetzen. Das wäre so, als würde man statt Pasta Johannisbeeren auf den Teller legen. Bei der Tagung, von der heise online/dpa berichtet, bezog man sich explizit auf das übliche Dudelradio – mit Nachrichten von weniger als fünf Minuten. Auf mein DeutschlandRadio lasse ich ja auch nichts kommen. WDR5 ist natürlich auch eine gute Wahl. 😉

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