Erst OpenOffice, dann Linux

„Was nutzt ihr denn statt Photoshop?“ Neulich ging es wieder mal darum, wie die Software möglichst legal auf den Rechner kommt. Mit Freeware kommt man ganz schön weit, dem Brenner lag das Brennprogramm bei. Und so weiter. Und das Betriebssystem? Windows habe ich tatsächlich gekauft. „Wieso eigentlich Windows?“ Und dann musste ich mir ein weiteres Mal den Vortrag darüber anhören, dass Linux doch besser sei.

Microsoft-Logo
Microsoft: Wie lange noch auf dem heimischen Rechner?

Eben gerade auf Golem gefunden: Microsoft „muss OpenDocument unterstützen“. Zitat vom IT-Analysten James Governor. Die These: Wenn große Behörden künftig auf OpenDocument setzen, muss Microsoft nachziehen und in seinem Office-Paket dieses Format ebenfalls unterstützen. Zur Erinnerung: .doc ist ein proprietäres Microsoft-Format.

Hier ist die Alternative allerdings greifbar nahe: OpenOffice kann beides. Der Privatanwender steht deshalb gar nicht vor der Wahl, welches Office-Paket er nehmen soll. Er scheut eh die Kosten. Siehe oben. Und das Programm läuft mit Windows genauso wie mit Linux.

Vergessen wir einfach mal das ganze Für und Wider von Linux und OpenDocument. „Linux ist besser als Windows“ ist dem User egal, solange er die Mühen des Umstiegs scheut. Die meisten privaten User gehen jedoch tagsüber arbeiten und lernen dort die Microsoft-Alternativen im Einsatz kennen. Und plötzlich fällt die Umrüstung des heimischen Rechners ganz leicht. Wenn Microsoft seine Vormachtstellung in den Behörden und Unternehmen verliert, wird es bald einige Rechner mehr mit Linux geben.

Beteilige dich an der Unterhaltung

Keine Kommentare

  1. Ja, Giesecke, aber was viele dabei eben nicht bedenken ist der Schwarze Peter. Denn wenn bei Word ein Millionen-Dollar-Dokument kaputt geht, kann ich Microsoft ans Bein pinkeln. Bei den OpenOffice-Leuten eben nicht. Genauso verhält es sich mit MySQL zu Oracle oder SAP zu einem Freeware-Tool.

  2. Du magst zwar niemanden haben, den du vor den Kadi schleppen kannst, wenn das Open-Source-Programm deine Daten geschrottet hat; die Beschwerdestelle reagiert aber in der Regel schneller, wenn es darum geht, Fehler im Programm zu beheben. Microsoft braucht dafür oft Monate, wenn nicht sogar Jahre. Wichtige Dokumente speichert man übrigens mehrmals, schließlich kann ja auch der Datenträger kaputt gehen. Ich erinnere mich da an einen Studenten kurz vor Abgabe der Magisterarbeit. Er speicherte immer brav eine Version auf der Sicherungsdiskette. Die lag allerdings auf dem Rechner; als dieser abbrannte, war auch die Sicherung futsch.

  3. Ach Giesecke, für Sicherungskopien gibt es doch inzwischen das Netz. Wer braucht da noch CDs oder Disketten? Ich kann mich noch genau daran erinnern, wie ich „früher“ auch Freeware aus dem Netz auf CDs gebrannt habe. Heute wird einfach die neue Version geladen, wenn der Rechner platt ist. Dank verteilten Rechnerachitekturen und Backups sollte zumindest bei großen Providern keine Daten mehr futsch gehen. Das ideale Backup-System. Da lag übrigens auch meine Diplomarbeit…

  4. Hey Sven, zeig mir doch mal bitte einen Fall, bei dem Microsoft wegen fehlerhafter Programme / zerstörter Daten erfoglreich ans Bein gepinkelt wurde? Das schliesst Du doch alles mit der EULA aus. Gut, vielleicht gilt diese EULA nicht in Europa, aber dafür haftet der OOo-Programmierer (theoretisch) hier auch mehr als ihm vielleicht lieb ist. Sollte die EULA hier gelten, so ist das übrigens ein schöner Grund kein Microsoft zu verwenden, denn die zwingt einen schon in die Grauzone, wenn man mehrere Backup-Images seiner Platte macht.

  5. „Hey Sven, zeig mir doch mal bitte einen Fall, bei dem Microsoft wegen fehlerhafter Programme / zerstörter Daten erfoglreich ans Bein gepinkelt wurde? Das schliesst Du doch alles mit der EULA aus. Gut, vielleicht gilt diese EULA nicht in Europa, aber dafür haftet der OOo-Programmierer (theoretisch) hier auch mehr als ihm vielleicht lieb ist. Sollte die EULA hier gelten, so ist das übrigens ein schöner Grund kein Microsoft zu verwenden, denn die zwingt einen schon in die Grauzone, wenn man mehrere Backup-Images seiner Platte macht.“
    Auch wen die EULA hier nicht gelten sollte wird man vor dem Gericht trotzdem wenig Chancen haben, da heißt es dann selbst schuld wen du keine Sicherheitskopien gemacht hast.
    In Amerika sind manche Handbüchr10 mal so dick als bei uns. Und warum? Wegen der EULA, in der steht bei einem Wohnmobil z.B. das man beim Benutzen des Tempomat die Hände am steuer lassen muss weil jemand schon einmal deshalb einen Wohnmobilhersteller verklagt hat. Aber ich denke sowiso das diese Punkte der EULA auch bei uns gelten.

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.