Jakob Nielsen zur Usability von Weblogs

Der Usability-Papst hat gesprochen. In einer seiner berühmten Top-Ten-Listen hat Jakob Nielsen endlich auch einmal Weblogs unter die Usability-Lupe genommen und die zehn größten Designfehler von Weblogs aufgelistet. Das enttäuschende Fazit: Für Jakob Nielsen ist ein Weblog nichts anderes als ein Website. Und eigentlich interessieren ihn auch nur die professionellen Weblogs.

Jakob Nielsen
Usability perfekt: Jakob Nielsen posiert fürs Foto (Bild: useit.com)

Die zehn größten Designfehler von Weblogs

  1. Keine Angaben zum Autor
  2. Kein Foto vom Autor
  3. Unverständliche Überschriften
  4. Unverständliche Links
  5. Die besten Texte sind im Archiv begraben
  6. Kalender als einzige Navigation
  7. Unregelmäßige Aktualisierung
  8. Vermischung von Themen
  9. Vergessen, dass man für einen zukünftigen Boss schreibt
  10. Ein Domainname, der dem Weblogprovider gehört

Nielsen zeigt in dieser Liste keine Fehler auf, die originär im Weblog-Dasein begründet sind. Nielsen zeigt die klassischen Website-Fehler, die eben auch von vielen Weblogs gemacht werden. Und dabei werden die Weblogs immer am Maßstab eines professionellen Firmenauftritts gemessen. Thema verfehlt. Setzen.

Wenn ich mir zum Beispiel Statler and Waldorf anschaue, dann finde ich da weder Angaben zu den beiden Autoren, erst recht keine Bilder. Dennoch wird dort verständlich geschrieben und von den Lesern reichlich kommentiert. Auch die Themen springen schon einmal von hier nach dort. Die Leser erwarten jedoch keine journalistischen Informationen, sondern interessante Gedankengänge – wie in einem Leitartikel. Ein Weblog ist eben doch mehr als eine normale Website.

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Keine Kommentare

  1. Nielsen will halt up-to-date bleiben. Und hat lange genug das Internet ohne Multimediaschnickschnack, am besten reine Textwüsten, gepredigt. Irgendwie muss er seine Theorien halt mal wieder an den Mann bringen. Ob er’s besser kann? Ich mag seine Seite nicht. Da kapiert man ja nix, geschweige, dass alles auf meine große Auflösung passt. Brrrr. Herr Nielsen steht bei mir ganz unten auf der Liste in Sachen Usability. Da könnte er eigentlich auch ganz wegfallen.

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