Über den Sinn und Unsinn von Blog-Netzwerken

Das Internet ist hat immer noch eine Utopie: Alle sind gleich. Jeder hat eine Stimme, die nicht mehr oder weniger Wert ist als die Stimme einen Klick weiter. Die einfachste Weise, diese Stimme kund zu tun, ist ein Blog. Und wenn man nun vom Einzelnen absieht und das Ganze als etwas Zusammenhängendes betrachtet, dann ist das Internet der „User for User“ vielleicht ein Netzwerk von untereinander verlinkten Blogs.

Medaille
Einer ist immer besser. (Bild: stock.xchng)

Soweit, so gut. Und wenn man nun innerhalb der Blogospähre (einem einzigen, allumfassenden Netzwerk) kleinere Blog-Netzwerke bildet? Dann sind formal zwar noch alle Blogs gleich, aber manche sind nun irgendwie gleicher. Frei nach George Orwell. Jeder kennt die Rede von den A- und B-Bloggern. Auf der Blog Network List finden sich sogar „C-List Networks“. (via Basic Thinking) Und in Ermangelung dort gelisteter deutschsprachiger Blog-Netzwerke, muss man sich hierzulande bestenfalls mit der vierten Liga zufrieden geben.

Gut, die Listen müssen nicht vollständig sein. Und jeder darf selbstverständlich seine eigene Rechnung aufmachen: Krönung der Schöpfung oder Best of Provinz. Als deutsches A-Blog-Netzwerk gilt gemeinhin die Spreeblick Verlag KG. Ein Zusammenschluss mehrerer Blogs, deren für den Normaluser ersichtliche Klammer einzig das gemeinsame Impressum und die kleine Spreeblick-Box ist. Sozusagen ein Best of Blogroll. Manche sind eben gleicher. Dennoch bin ich von lautgeben.de, das ich vor der Wahl regelmäßig gelesen habe, nicht zu den anderen Spreeblick-Blogs gehüpft. Ob der Spreeblick Verlag mit diesem Zusammenschluss Geld verdient, wage ich auch zu bezweifeln.

Egal, dies ist hier schließlich kein Spreeblick-Bashing. Ich verstehe nur den Sinn von Blog-Netzwerken nicht. Abgesehen von kommerziellen Netzwerken, die zum Beispiel alle von einer Firma stammen. Es wäre mir neu, wenn nur einer von Volkswagens Vorstandschef, Vertriebschef, Chefdesigner oder Pressesprecher ein eigenes VW-Blog schreiben würde. Aber denen ist die User-for-User-Attitüde eh fremd. Und was soll nun eine Blog Network List bringen? Ich weiß es nicht.

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  1. die Liste ist – mangels weiterer Erklärungen des Autors (so zumindest habe ich nicht weiter groß nachgeforscht) – eine Übersicht bestehender Blognetzwerke, die wie Pilze aus dem Boden schießen in den USA. Netzwerk kann man schlecht sagen, der Gedanke ist eher, daß man unter dem Branding wie Gawker ein neues Blog wesentlich besser und schneller vermarkten kann, was auch immer mit dem Branding an positiven Eigenschaften verbunden ist (bei Gawker fällt mir ein wenige Blogs, dafür hohe Qualität eines jeden Blogs, bei Weblogs Inc. fällt mir ein „Kleinvieh macht auch Mist“, was die Reichweite angeht, wenn man übergreifend Werbung schaltet). Das bezieht sich auf zentrale gesteuerte Netzwerke, die durch die Firma dahinter gemeinsam vermarktet werden.

    Welche Blognetzwerke in der o.g. Liste nun kommerziell sind und welche einfach nur thematische, non-kommerzielle sind, keine Ahnung in den meisten Fällen.

  2. Wäre das nicht mal was Neues? Eine „Auszeichnung“ für non-commercial-blogs. Sowas wie der „Blaue Engel“. Oder eher der grüne Punkt. Denn einige der Blogs kann man durchaus in die Tonne kloppen. Spreeblick lese ich im gegensatz zu dir allerdings regelmäßig, Giesecke. Allerdings weniger wegen den Inhalten, sondern um mich über Mac-User auf dem laufenden zu halten. Die armen 😉

  3. so komisch solche „Siegel“ auch wirken (wer sagt zB gerne über sich dolles, da Selbstlob stinkt im Volksmund), umso wichtiger könnten sie mit Zunahme der Kommerzialisierung auf diesem Gebiet werden. Du wirst lachen, ich denke schon länger über ein logo nach, daß meine Blogs und mich als Business Blogger mit kommerziellen Interessen kennzeichnet, weil ich das nur für fair erachte. Und warum ausgerechnet fair? Gerade weil meine Sprache auf meinen Blogs nicht nach Business Talk und Private Talk zu unterscheiden ist, glaube ich (ausser dem WoW Blog als Funblog). Und bei fremden Blogs mit Werbebannern drauf mache ich Abstriche bei der Reputation bzw. der Glaubwürdigkeit, da ich mit Herzblut betriebene Blogs eher schätze als mit Werbeblut betriebene Blogs.

  4. Ein solches Logo wäre als allgemeiner Standard wohl kaum durchzusetzen. Und ein Logo, dass nur auf fünf, sechs Seiten zu sehen ist, wäre erklärungsbedürftig. Viel wichtiger als eine optische Kennzeichnung finde ich die Selbstbeschreibung eines Blogs, die man jetzt schon in (fast) jedem Blog findet. Aber wer sagt dort schon die Wahrheit? 😉 Ich glaube aber, die Leser wissen schon damit umzugehen. Auch wenn jemand ständig über neue Hardware der Firma xyz berichtet, weiß er, dass der Blogger sich das nicht alles selbst kauft. Wichtiger finde ich, passende Begriffe für die unterschiedlichen Arten von Bloggern zu definieren. Habe ich in deinem Blog, Robert, heute ja schon angesprochen. Das würde auch das Urteilsvermögen der Leser schärfen.

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