Wider den die Blog-Höhenflügen

Wer träumt nicht davon in der Endrunde des Blog-Wettbewerbs The BOBs zu sein und am Ende die Trophäe auch zu gewinnen? Wir sind nicht dabei. Verdammt! Das wäre schon etwas mehr als die sprichwörtlichen 15 Minuten Ruhm gewesen. Woran wir gescheitert sind und der Rest der deutschsprachigen Blogspähre auch (abgesehen von den acht Finalteilnehmern), lässt sich sehr schön bei Basic Thinking nachlesen: Wie wird das eigene Blog bekannt?

The BOBs
Spieglein, Spieglein an der Wand, welches ist das beste Blog im Land?

Robert Basic hat seinen Artikel, den er vor einigen Monaten im M-E-X-Blog veröffentlicht hat, überarbeitet und in seinem eigenen Blog veröffentlicht. Lesenswert. Umfangreich. Und eigentlich eher der Wink mit dem Zaunpfahl an alle unmotivierten Blogger und solche mit zu hohen Erwartungen, es doch lieber sein zu lassen. Willkommen zurück auf dem Boden der Tasachen.

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  1. Das ist genau das, was mich am Blog-Hype nervt. Viele Blogs haben ein wenig was von den Bibelständen in der Fußgängerzone. Jeder will Dich zu seinem Gottesdienst einladen und hofft, dass Du ihre dicken Broschüren liesst (Das kannst Du Dir sparen. Das Ende ist immer, dass die Hölle kommst).
    Ich (bisher eher Leser, ob wohl ich auch schon darüber nachgedacht hab zu bloggen) lese Blogs, wenn sie interessant sind. Das kann verschiedene Gründe haben. Deinen Blog habe ich angefangen zu lesen, weil die Artikel hier interessanter und pointierter sind, als was Du zu Chefredakteurzeiten zusammengebracht hast (da war ich nur ein seltener Leser). Mag auch daran liegen, dass die Themen Mobilfunk usw. mir nicht so wichtig sind, „Du“ aber schon. Okay schlechtes Beispiel, da ich Dich persönlich kenne, aber ich lese auch andere Blogs (z.b.joelonsoftware.com).
    Also liebe Blogger schreibt interessant, am Besten über das, was euch interessiert, dann wird sich mit der Zeit auch eine Leserschaft bilden (okay, man kann es beschleunigen, muss man aber nicht). Das mit den 15 Minuten Ruhm ist doch Schwachsinn. Die Welt wird im wesentlichen durch die vielen „kleinen“ Leute getragen. Es ist wie bei einem Schiff, jeder will der Kapitän sein, aber auf dem Schiff würde ohne die Mannschaft nichts funktionieren, ohne die Arbeiter in der Werft wäre der Kaptän nichts… Jeder ist wichtig. Wenn euer Blog, nur fünf regelmäßige Leser findet, dann habt ihr doch schon was erreicht!
    Nehmt euch ein mir. Ich schreibe diesen Text nur für Peter, Sven und Dich. Mehr leser will ich gar nicht.

  2. Hmm. Sollte der Netzausfall dann nicht besser ‚Svens und Peters Bibelstunde‘ heißen? Absolution wird nur gegen einen Page-Rank-4-Link auf unser Blog erteilt! 😉 Aber im Ernst: Ich glaube, dass das Weblog-Phänomen nichts anderes ist als die reihen(haus)weise Homepage-Bauerei Ende der 90er. Da wollte auch jeder im Netz vertreten sein. „Achtung Baustelle!“ Gelesen hat es im Normalfall Freund Heinz und Vetter Karl. Sonst niemand. Seitdem sind viele Websites in Vergessenheit geraten (glücklicherweise auch die Passwörter für den FTP-Zugang), einige wenige haben sich zu respektablen Onlinemagazinen entwickelt. Nicht jede kommerzielle Website heutzutage ist eine Verlagsgründung (am besten noch mit Venture Capital). Bei den Weblogs wird es nicht anders werden. Die sogenannten A-Blogger werden ihre Blogs mit immer mehr Content anreichern, auch mit Werbung, sodass es irgendwann ganz normale Onlinemagazine sein werden. Ein Großteil der Blogs wird allerdings wieder in der Versenkung verschwinden. Interessant auch: Viele Verlierer der New-Economy-Blase versuchen mit ihrem Blog nun wieder mächtig die Backen aufzublasen (was auch sonst). Solange man das alles nicht – und vor allem sich selbst – zu wichtig nimmt, macht es doch Spaß. Das ist doch schonmal was.

  3. Du schreibst das so abwertend über die privaten Homepages. Tatsächlich gibt es aber jede Menge (1 % = einige Zehntausend) interessante private Homepages, mit kleinen Tipps, Lustigem oder Links auf andere interessante Sachen. Okay, niemand will auf der Homepage nur lesen wer Du bist, dass interesiert erst, wenn Deine Homepage an sich interessant ist.

    Auch in kleinen unwichtigen Blogs findet man hin und wieder was interessantes (Ich hab über google mal ein Blogeintrag gefunden wie man bei KDE Akzente aktiviert).

    Soll doch Bloggen wer will. Bei der Menge an Müll im Netz kommt es darauf auch nicht mehr an. Und: Was für mich Müll ist, kann für Dich hochinteresant sein. Die Historiker in 1000 Jahren werden sich auch freuen. Wenn die wissen wollen, wie der Hurrikan von New Orleans von den Menschen aufgenommen wurde, werden sie die Blogs auf archive.org auswerten. Dann können sie darüber streiten, ob die Blogs oder die Zeitungen die öffentliche Meinung von „damals“ wiedergeben.

    Die Menschen der Zukunft werden aber leider auch Denken, dass wir die ganze Zeit auf Viagra waren…. 😉

    P.S. Wenn man bei den Kommentaren eine Prieview-Funktion hätte, dann könnte man sie besser korrekturlesten…

  4. Du hast natürlich Recht. Ich will mich auch gar nicht als Moralinstanz aufspielen. Was Müll ist und was nicht, soll jeder für sich selbst entscheiden. Schließlich ist Oskar aus der Sesamstraße mein Held. Wenn man alles mal schnell über einen Kamm schert, kann man nicht jedem Blog/jeder Website gerecht werden. Dann geht es nur darum, Tendenzen aufzuzeigen. Ich glaube schon, dass jetzt ein Hype um Weblogs gemacht wird, wie es ihn auch vor einigen Jahren um die private Homepage gab. Und sicherlich gab es damals wie heute viele gute und schöne Nadeln im globalen Heuhaufen. Und wer weiß, wie er suchen muss, der findet die auch.

  5. Ich möchte noch ergänzen, dass man wirklich zwischen solchen und solchen Blogs unterscheiden muss. In einen Netzausfall-Eintrag stecke ich doch mehr Überlegung als zum Beispiel in ein kurzes Snippet auf meinem (vernachlässigten) privaten Blog. Und ich glaube, auch genau da unterscheiden sich die Blogs, die eher Magazincharakter haben von denen, die einfach nur dahingepfuscht werden. Nein, ich will die nicht schlecht machen – sie richten sich nur an eine andere Klientel. Ich lese lieber Blogs, die auch längere Texte schreiben und zum Nachdenken anregen. Auch wenn das wieder mehr Zeit kostet, als einen kurzen Eintrag zu überfliegen. Wegen der Preview-Version schaue ich mal, sobald ich Zeit habe… 😉

  6. Also Kollegen, bitte: Wider DIE Blog-Höhenflüge
    Nach „wider“ steht kein Dativ, sondern der Akkusativ.

    Gute Besserung

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