Neues aus der Tech-Redaktion: Nicht immer knochentrocken oder reißerisch

Was dem Tech-Redakteur so auf den Schreibtisch flattert, taugt oft nur fürs Extrem: die Ankündigung des neuen Gerätes xyz, gerade gut genug für eine einfache Produktmeldung, oder der große Skandal, wahlweise über Schlamperei in der Fertigung oder Betrug am Kunden. Was fehlt, ist ein wenig Feuilleton in der Technik-Redaktion. Das ist nicht immer Schuld der Redakteure, sondern liegt meist in der Verantwortung der Verlage, die die Redaktionen so knapp besetzen. Dem einzelnen Redakteur bleibt doch kaum noch Zeit für umfangreiche Berichte.

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Es geht auch anders (Screenshot von Spiegel Online)

Es geht natürlich auch anders. Innerhalb des Heise-Verlages wurde vor Jahren schon Telepolis als Magazin der Netzkultur gegründet. TP hat damals auch einige Preise gewonnen. Aber auch das Ressort Netzwelt von Spiegel Online kann kein Stoff für reine Nerds sein. Dort geht man deshalb weniger ins technische Detail, sondern pickt Rosinen oder zeigt Zusammenhänge auf.

Dennoch habe ich mich vor einiger Zeit oft genug über Wolf-Dieter Roth (Telepolis) und Frank Patalong (Spiegel Online) geärgert und manchmal auch beschwert. Trotz des privilegierten Inseldaseins gab WDR die Skandalnudel, und Patalong betrieb ein völlig überzogenes Blog-Bashing. Umso mehr habe ich mich gefreut, als ich heute morgen folgende Geschichten las: Videospeicher-Festplatten und Internet aus der Steckdose.

Gut geschrieben und über den Tellerrand hinweg geschaut. Von Wolf-Dieter Roth las man so etwas ja des Öfteren in letzter Zeit. Und Frank Patalong hat als Ressortleiter sicher auch etwas anderes zu tun, als sich selbst um die zeitintensiveren Geschichten zu kümmern. Ein Lob an beide: Weiter so.

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