Google überall

Dem Deutschen ist der Edeka an der Ecke immer noch näher als der Wal-Mart den US-Amerikanern. Robert X. Cringely ist die Supermarktkette aber ein gutes Beispiel dafür, wie ein Unternehmen bzw. eine Idee ein ganzes Land überzogen hat. Und Google gelingt dies seiner Meinung nach gerade weltweit. Nicht wirklich als Monopol, aber irgendwie doch ohne Konkurrenz. Cringely spricht deshalb auch vom Google-Mart (Link bei Wolfgang Sommergut gefunden). Da wächst etwas Neues heran.

Google Earth
Bei „Google Bilder“ nach „Google“ und „Weltherrschaft“ gesucht: Bild auf MarcTV gefunden.

Für den gemeinen User ergibt sich oft ein anderes Bild. Dort sieht man meist nur die fast schon täglich neuen Google-Dienste. Darunter sind allerdings immer mehr, die nicht die vermeintlich notwendige Reife haben. Die Netzöffentlichkeit ist da sehr kritisch, entsprechend fallen auch die Kritiken in diversen Blogs aus. Cringely wirft jedoch einen Blick auf das, was dahinter liegt, und entdeckt die eigentlichen Stärken von Google. Faszinierend und unheimlich zugleich. Und ich weiß nicht, ob ich das gut finden soll. Sehr lesenswert.

Beteilige dich an der Unterhaltung

6 Kommentare

  1. Google scheitert im Moment meiner Meinung nach an einer Verknüpfung der einzelnen Betas. So bietet mir Google Sitemaps Statistiken über Nichterreichbarkeit einzelner Webseiten. Das würde auch gut zu Google Analytics (die im Moment hoffnungslos überlastet sind) passen. In beide Dienste kann ich mich aber nur auf zwei verschiedenen Seiten einloggen – die wiederum von Google Mail und der Personalized Search abgeschottet sind. Statt im Monatstakt neue Betas auf den Markt zu werfen sollte sich Google lieber Gedanken machen, wie die vorhandenen Services besser interagieren können.

  2. Siehste, du schaust auch nur auf die Betas. Robert Cringely gibt aber einen Ausblick darauf, was diese Betas alle miteinander verbindet – und zwar nicht als ein Riesenbeta, sondern als eine Weiterentwicklung des Internets. Die Strategie liegt nicht in den vielen Einzeldiensten oder in der Suchtechnik, sondern in der Rechenpower der Google-Serverfarmen und in ihrer Topologie. Das ist Googles eigentliche Stärke. – Die momentanen Beta-Schwächen sind vielleicht sogar nur eine Beschwichtung der ganzen Internet-Angsthasen, die mit ihren Verschwörungstheorien bereits das Google-Monopol herbeireden.

  3. Obwohl ich ja sonst häufig paranoid bin, sehe ich ein Google-Monopol als nicht so bedrohlich. Google gründet seinen Erfolg auf zwei Dinge: Eine unglaublich starke Marke und viele helle Köpfe. Die Rechenpower ist nicht wirklich bemerkenswert, denn sie liesse sich von Googles Börsenwert tausendfach kaufen und Microsoft hätte nichts zu befürchten.
    Noch hat Google Erfolg, nicht weil sie ein Monopol sind, sondern sie haben ein quasi-Monopol, weil sie so gut sind. Ich kann aber immer andere Suchmaschinen (die nur einen Klick entfernt sind) verwenden oder meine Werbeplätze an einen anderen Anbieter verkaufen. In diese beiden Punkten, die das Kerngeschäft von Google ausmachen, muss Google sich jeden Tag auf’s neue behaupten, sonst kennt sie die nächste Generation von Websurfern nicht mehr. Sie haben keine Möglichkeit die Nutzer zu zwingen auch morgen wieder bei ihnen zu suchen.
    Andere Google-Dienste haben da mehr das Potential der misbräuchlichen Fesselung des Benutzers (z.B. ihr eMail und ihr talk-Dienst). Besonders bei letzterem muss Google noch beweisen, dass sie sich zum Wohle der Internet-Gemeinde offen dem Wettbewerb stellen. Zutrauen würde ich es ihnen.
    Was aber meine persönlichen Daten angeht, so misstraue ich Google leider wirklich (schon alleine, weil sie in Amerika sitzen und Amerika derzeit eine schwere Grippe hat). Dieses Misstrauen werde ich auch zukünfigen Diensten von Google entgegenbringen, was eine Vernetzung (für mich) unwahrscheinlicher macht. Zu groß ist mir die Gefahr, dass Google wie andere jetztigen und zukünftigen Totalitären Regimen in die Hände spielt. Dann könnte die Spiegel-Schlagzeile eines Tages doch noch stimmen:
    Google half bei Mord.

  4. Ansonsten stimme ich dir natürlich zu, Henryk. Das Quasi-Monopol wäre leicht auszuhebeln, wenn jemand anderes ähnlich gute Dienste anbieten würde. Nur sehe ich leider nicht, dass dies derzeit jemand hinbekommt. Kein Microsoft und kein Yahoo. Das große Problem ist aber wohl wirklich die Datensammlerei von Google. Mich beunruhigen gar nicht so sehr die US-Gesetze, sondern dass das Ganze bekanntlich mehr ist als die Summe der Teile. Im Einzelfall mag ich meine Daten einem Unternehmen gerne anvertrauen, aber dass dort dann ein komplettes Profil von mir erstellt werden kann, ist mir dann doch unheimlich. Und ich befürchte, dass Googles Beta-Ambitionen genau darauf hinauslaufen: Profile vom User zu erstellen, um daraus zu lernen, wie die Dienste noch weiter verbessert werden können. Was bleibt mir dann als Alternative? Den einen Google-Dienst nutzen, den anderen nicht. Letztlich plage ich mich dann wieder mit x Programmen, mit x Anbietern, mit x Logins und mit x Standards ab. Auch nicht bequem.

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.