Der nicht-alltägliche Betrug beim Online-Dating

Schonmal den Playboy an der Tankstelle gekauft? Oder den Nachbarn mit einer braunen Tüte unter dem Arm getroffen – direkt neben dem Beate-Uhse-Shop, peinlich berührt in die Auslage eines Handarbeitsgeschäftes starrend? Also eines mit Strickheften und Wollknäueln. Im Internet kann man es sich doch viel einfacher besorgen. Also nicht den Schmuddelkram, sondern echte Real-Life-Dates. ILove, friendscout24, neu.de – und wie wie die alle heißen.

Date
Ob dieser junge Mann sein Glück gefunden hat? (Bild stock.xchng)

In den USA hat nun ein Kunde von match.com den Single-Dienst verklagt, weil dieser ihm eine Frau zum Date geschickt hat, die angeblich von match.com dafür bezahlt wurde. (via Golem.de) Sie war jung und brauchte das Geld – wahrscheinlich für ihr Studium. Und essen zu gehen ist immer noch angenehmer, als Supermarktregale aufzufüllen. Wer kann es ihr verdenken? – Aber wieso rechnet sich der studentische Nebenjob eigentlich für match.com? Nur damit der bislang erfolglose Casanova seine Jahresmitgliedschaft verlängert? Und dafür wird der armen Studentin ein Großteil dieser Jahresgebühr als Stundenlohn ausgezahlt? Das ist doch quatsch.

Ich habe mal von einem dieser HotOrNotBinIchSexy-Diensten gehört, der einfach eine Bilddatenbank in den USA geplündert und mittels eines Skriptes diesen Bildern diverse Profile zugeordnet haben sollen. Die afrodeutsche (schön politisch korrekt, oder?) Susanne wohnte dann in Rostock. Und genauso viele Anmeldungen kamen aus Bremen wie aus Nordrhein-Westfallen – jeweils exakt ein 16-tel. Welch Zufall! Dabei hat NRW doch 33 mal mehr Einwohner.

Wer einen Dating-Dienst neu aufmacht, mag ja gerne Profile faken, um die Datenbank zu füllen, aber hat match.com das wirklich nötig? Und lohnt sich der Aufwand wirklich, den einen oder anderen Kunden über gefakte Dates bei der Stange zu halten, wo doch die Investition in ein besseres Layout der Website womöglich Tausende von Kunden bindet? Ich verstehe das nicht.

Davon mal abgesehen, dass das echte Real-Life-Date auch nur in wenigen Fällen erfolgreich ist. Zum Beispiel weil man selbst nicht der Bringer ist. Oder weil die vermeintliche Dame des Herzens ihr Profil auf eigene Rechnung gefakt hat. Da wurde dann das Foto eines heißen Fegers eingestellt, das dem eigenen Äußeren nicht im Mindesten entspricht. Das ist nämlich der alltägliche Betrug beim Online-Dating. Dagegen helfen auch keine arrangierten Dates.

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Keine Kommentare

  1. Vielleicht war das ganze ja auch nur ein Testballon von match.com. Um eben Mitgehfrauen zu vermitteln, die ein bisschen Geld abknöpfen. Die Datenbank mit den Vorlieben wäre ja schon da. Könnte man noch um Fragen wie „Können Sie sich vorstellen, schwarzes Leder zu tragen und dabei Meisterin zu hauchen?“ ergänzen.

  2. Hallo! Die Fakes sollen doch vor allem die Leute zum Anmelden bewegen! Da spielt das Design oft eine Nebenrolle

  3. Ja glaubt denn wirklich noch einer an seriöses Dating im Internet? Seht euch doch nur mal um. Karteileichen, Fakes und was weiß ich führ Beschiss. Viele Anbieter schreiben nicht mal die Preise in ihre AGB´s. Und wenn man kündigen will geht das auch nicht ohne Zoff. Mein Tipp: Lasst den Quatsch einfach sein. Das Einzigste was man davon hat ist Stress und Kosten.

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