Google, Der Spiegel und die Mordlust

Wer schreibt eigentlich solche Texte? „Google half bei Mord“ Hat Google vielleicht die Frau festgehalten, als der US-Amerikaner ihr das Genick brach? Wohl kaum. Er hat lediglich über Google seinen Mordplan recherchiert und dabei nach „Genick brechen“ und „festhalten“ gesucht. Echt billig, diese Überschrift.

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Eine Mordsstimmung: Vielleicht wohnt auch hier ein Google-User (Bild: stock.xchng)

Wer liest eigentlich solche Texte? Offensichtlich Leser der Spiegel-Printausgabe, denn die Kurzmeldung hat es zuerst ins Blatt geschafft, bevor sie zu Promotionszwecken am Montagfrüh auch auf Spiegel Online erschien. Angesichts der dort versammelten Leserschaft, die sich gerade in ihrer Internet-Affinität vom Spiegel-Abonnenten unterscheiden dürfte, ein Fauxpas erster Güte.

Peinlich, peinlich. Ich habe ja Verständnis dafür, dass nach einem Wochenende die Meldungen fehlen. Ich war ja selbst lange genug ein AFP-Freischalter, aber auch dort hätte sich SpOn bedienen können. Oder bei einer anderen Nachrichtenagentur. Da hätte sich sicherlich auch etwas für das Ressort Netzwelt finden lassen, denn dort ist die Google-Mord-Theorie schließlich erschienen.

Google-Artikel auf Spiegel Online
Wird Google nun verurteilt? Vielleicht zum Zwangsabo des Spiegels? (Screenshot von Spiegel Online)

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  1. Eine Meldung ist eine Meldung, Giesecke. Und wie wichtig die Überschrift da ist, das wissen wir doch alle. Auch wenn die Internet-Affinen dann meckern werden – ein paar Klicks mehr hat es Spiegel gebracht. Und damit Flocken. Das scheint in der heutigen Zeit leider das größte Interesse bei Onlineangeboten zu sein.

  2. Tut mir leid, aber Spiegel Online hat einen anderen Anspruch als ne kleine Internetklitsche mit nicht einmal 10 Mio. PIs. Ich habe die Meldung noch weiter verfolgt, sie wurde den ganzen Tag über ‚oben‘ gehalten. Das war nicht nur ein Lückenfüller, sondern – wie du richtig sagst – ein PI-Einsammler. Und Flocken verdienen die auch genug, dass sie so etwas nicht nötig haben.

  3. Sicherlich sollte Spiegel auf solche Überschriften verzichten. Mich würde interessieren, ob die Top-News automatisch (nach PIs) oder redaktionell ausgewählt werden. Wohl letzteres nach den automatischen Gesichtspunkten. Aber daran siehst du wieder, wieviel so ein einzelner Visit doch zählt – auch für die Big Player. Das ist sicherlich auch intern ein Argument der Onlineabteilung gegenüber der Verlagsführung.

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