Grimme Online Award: Wenig Lärm um Nichts

Irgendwie scheint die Luft raus zu sein. Onlinejournalismus.de erinnert heute seine Leser, dass da ein Internetpreis mit einem glanzvollen Namen vergeben wurde. Eine nur karg garnierte Auflistung der Preisträger, wie schon vier Tage zuvor im „Notebook | Online Journalismus„. Einer der kommentiert, ist Wortfeld, ein nicht zum Zuge gekommener Nominierter. Und diskutiert wird nirgendwo, jedenfalls nicht ausgiebig oder kontrovers.

Screenshot von der Website des Grimme Online Awards
Screenshot von der Website auszeichnenden Website

Die klassischen Medien (so muss man als Blogger wohl die Onlinemagazine bezeichnen), die klassischen Medien halten sich nah an der Pressemitteilung. Berichtet wird wie über jede andere Awardverleihung. Nur dass nicht Madonna oder Brokeback Mountain, sondern Ehrensenf doppelt abgestaubt hat. Diese Normalität hat es in den letzten Jahren noch nicht gegeben. Dabei sollte das neue Lüftchen im Internet auch den Grimme Online Award bewehen: Weblogs statt Websites der öffentlich-rechtlichen Sender. So wurde es erwartet, so kam es auch. Völlig unspektakulär? Niemand kratzte sich verwundert … nicht den Kopf, nicht den Hintern und nicht einmal die Eier, wie es Spiegel Online wohl gut zu, äh, Gesicht gestanden hätte. Spon hat erst kürzlich den doppelten Preisträger Ehrensenf eingekauft.

Und wo waren die Bilder? Auf jeder Konferenz, bei der ein Blogger auf dem Podium sitzt, wird im Plenum um die Wette getippselt. Eine mir bekannte Ausnahme: Der unvermeidliche Mario Sixtus stellt sogar ein paar Videos online. Von den in der Pressemitteilung genannten sieben Preispaten, kannte ich nur einen (was sicherlich daran lag, dass in der PM nur sechs Namen aufgeführt wurden).

Egal wie B oder C die Promis waren, zur Verleihung des Grimme Online Awards 2004 erschien immerhin noch Jeremy Irons. Im letzten Jahr war es John Malkovich, und über diese Stars wurde ordentlich gerummelt. Damals. Dieses Jahr: njiente. Aber wahrscheinlich wird die Bildergalerie samt Stargast auf den Seiten vom GOA noch in den nächsten nachgereicht. Wen es dann noch interessiert.

Tja, und warum schreibe ich nun über die anderen Blogs und Magazine? Und nicht über die Preisträger? Wenn ein Film, den ich noch nicht kenne, unerwartet ein Festival gewinnt (oder sogar den Oscar), dann überlege ich mir, doch noch in den Film zu gehen. Diese Anziehungskraft hat der Grimme Online Award für mich in diesem Jahr verloren. Leider.

Die Leistung der Preisträger will ich damit gar nicht in Frage stellen. Sie haben alle den Preis verdient, weil sie einen guten Job gemacht haben. Herzlichen Glückwunsch auch von dieser Seite.

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