Die Zeit, so dünn

Morgen ist Feiertag, heute kam bereits Die Zeit. Und wieder einmal steckte die Zeitung nicht im Briefkasten, sondern lag lieblos vor der Haustür auf den Boden geklatscht. Obenauf ein nackter Jüngling, wie man ihn schon seit Wochen von diversen Plakatwänden bewundern konnte: „Was ist männlich?“ Gute Frage, offensichtlich ist die Zeit nicht weiblich genug, sonst würde man nicht so zielgruppenorientiert titeln und werben. Doch als ich die Zeitung aufhob, war plötzlich Weihnachten, denn so dünn ist die Zeit sonst nur vor den großen Feiertagen.

Die halbe Zeit
Die neue Zielgruppe der Zeit: Titelgeschichtenklauerinnen

Das Männergedöns für Frauen fände ich auf den Seiten 57-59, das Inhaltsverzeichnis informiert, es gäbe auch noch eine Seite 86. Doch meine halbe Portion Zeit endet bereits mit der Seite 42. Selbstverständlich gönne ich dem Mädel den Spaß mit dem nackten Jung – sofern es innen noch weitere Bilder gibt. Und was mache ich nun? Beim Leserservice anrufen und eine neue Ausgabe bestellen? Die wäre dann Freitag bei mir. Ich werde wohl die zweite Hälfte der Zeit als E-Paper lesen und mir schon einmal einen guten Optiker suchen.

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