Spiegel Online: Aus alt mach neu

Wochenende! Die Redakteure haben frei, aber Spiegel Online will gefüllt werden, auch im Ressort Kultur. Nichts passiert? Warum dann nicht einfach einen alten Artikel nach vorne schieben? Das habe ich zumindest gedacht, als ich heute auf der Spon-Startseite das Interview mit Philip Roth fand, das vor zwei Wochen im Spiegel Print stand und einige Tage später auch online zu finden war. Und dann habe ich auf den Link geklickt…

Screenshot von Spiegel Online
Roth schreibt über das Älterwerden, Spon verjüngt das Interview mit ihm
(Screenshot von Spiegel Online)

Überraschung! Da scheint noch ein zweiter Spiegel-Redakteur einen Termin beim Meister bekommen zu haben. Das Interview ist von heute! Veröffentlichung heute, über dem Artikel steht der „27. August 2006“ als Datum. Das hatten wir doch letztens erst mit der Webcam-Geschichte im Panorama. Nur lag da über ein halbes Jahr zwischen Kochen und Aufwärmen. Und wieviel Zeit war es diesmal? Schnell mal einen alten Netzausfall rausgesucht, in dem ich einen Link zum Roth-Interview gesetzt hatte. Und dort dann auf den Link geklickt…

Und noch eine Überraschung! Nach einer kurzen Weiterleitung lande ich bei „Spiegel Digital„. In der Auslage liegt das gesuchte Roth-Interview als PDF-Dokument für „0,50 Euro“. Machen die das automatisch mit allen Artikeln, die erst im Print und dann auch online erscheinen? Nach einer kurzen Schonfrist zum Kauf anzubieten? Wahrscheinlich.

Kaufbefehl! Ich lese übrigens gerade das neue Buch von Philip Roth. Bol.de hat es mir also doch noch geschickt. Der Verlag war mit seiner Auslieferung zu spät dran, beziehungsweise Spiegel Online mit seinem Interview zu früh. Zu dem Zeitpunkt hatte noch niemand das Buch. Es spricht also gar nichts dagegen, es nochmal an die Oberfläche zu holen (vielleicht wäre es sogar geschickter gewesen, dies erst in zwei, drei Wochen zu tun). Aber warum dann mit neuem Datum und neuem Link? – Ansonsten ist das Buch uneingeschränkt zu empfehlen. Kaufbefehl? Kaufbefehl! Nicht das Spon-PDF, den „Jedermann“ von Philip Roth.

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