Nicht repräsentative Widersprüche

Eigentlich eine Meldung außerhalb meines Interesses: „Kopftuch-Studie: Fremd unterm Schleier“ auf Spiegel Online. Es gibt so Themen, bei deren Anblick ist man einfach satt. Trotzdem angelesen: „Die Ergebnisse der Studie sind zwar nicht reräsentativ – verraten aber manches über die Motive, wieso sich Musliminnen verschleiern.“ Soso. Dann las ich am Abend Die Zeit.

Screenshot von Spiegel Online
Screenshot von Spiegel Online, Hervorhebung durch Netzausfall

Dort ist der Beitrag „Was denkt der Kopf unter dem Tuch?“ unterschrieben mit „Die erste repräsentative Untersuchung muslimischer Kopftuchträgerinnen zeigt: Sie sind ganz normale Frauen“. Soso. Was denn nun? Ist die Studie nun respräsentativ oder nicht?

Screenshot von Zeit online
Screenshot von Spiegel Online, Hervorhebung durch Netzausfall

Intuitiv glaubt man wohl eher dem bescheideneren Standpunkt, dass sie nicht respräsentativ sei. Wie es Spiegel Online berichtet hat. Andererseits konnten sich letzte Woche beim Redesign des Nachrichtenportals einige Bloggerkollegen den Seitenhieb nicht verkneifen, dass dort journalistisch immer noch nicht auf höchstem Niveau gearbeitet werde. Wer traute sich, das von der Zeit zu behaupten?

Die Auflösung des Widerspruchs ist einfach. Die Konrad-Adenauer-Stiftung schreibt selbst: „Es handelt sich bei dieser Untersuchung also nicht um eine repräsentative Studie.“ Der Fehler liegt in diesem Fall bei der Zeit. Das wiederum, so meine Überzeugung, ist nicht repräsentativ. Aber Spiegel Online arbeitet mit Sicherheit auch nicht so schlecht, wie das gerne behauptet wird. Ich wäre in diesem Fall wohl der Zeit auf den Leim gegangen.

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