Lieber Hubert Burda,

ich bin berührt, peinlicherweise, Ihren Gutschein hätte ich gerne eingelöst, „21-Mio-LOTTO-Jackpot knacken“ haben Sie mir versprochen, da wäre ich gerne dabei gewesen, leider ist nichts daraus geworden. Darf ich Ihnen den Gutschein vielleicht zurückschicken? Zu meiner Entlastung. Wo Sie doch so freundlich waren. „Burda Direct“ lautet der Absender, das müsste dann doch direkt bei Ihnen rauskommen, oder? Wobei mich die ganze Zeit schon die Mailadresse irritiert: „burda@direct.mailer-service.de“. Das hört sich nach kundenserver.de oder ihre-domain.de an. Oder nach spam.ru. Fast hätte ich die E-Mail ungelesen gelöscht. Nicht auszudenken. Warum haben Sie mir denn nicht unter burda.com geschrieben? Oder unter bestwetten.de? Denn dort sollte ich mich doch anmelden, oder? Bei bestwetten.de?

Screenshot der Werbeaktion
Definitiv nicht meine Zahlen!
(Screenshot von http://mailer-service.de/html_version.php?…)

Ich habe gelesen, dass Sie jetzt auch in Internet machen. Warum sollte man nicht auch dort seinen Lottoschein abgeben? Aber wissen Sie, was ich mich direkt frage, wenn ich „Burda Direct Empfehlung: Aktuelle Jackpot: 21.000 Euro“ lese? Ob ich meinen Gutschein wirklich bei einem Unternehmen „Aktiveieren“ möchte, das nicht mal in der Lage ist, Texte fehlerfrei zu formulieren. Seit wann heißt es die Jackpot? Und fehlen der Einundzwanzigtausend nicht ein paar Nullen? Oder hatten Sie vor, die 20.979.000 Euro meines Gewinns in Ihre Tasche zu stecken? Als potentieller Kunde stelle ich mir natürlich diese Frage.

Aber auch, woher Sie meine E-Mail-Adresse haben. Ach, das haben Sie doch geschrieben: „Burda Direct ist strikt gegen SPAM! Sie erhalten diese E-Mail, da Sie uns bei einem Gewinnspiel, einer Online-Bestellung oder telefonisch Ihr Werbe-Einverständnis erteilt haben (opt-in).“ Falls es nicht allzu große Umstände macht und Ihre Sekretärin gerade mal ein halbes Stündchen Zeit übrig hat, könnte sie doch mal raussuchen, wo genau ich meine explizite Zustimmung für solche Burda-Direct-ist-strikt-gegen-SPAM-Mails gegeben habe. Ich kann mich nämlich nicht mehr daran erinnern, jemals ein solches Häkchen gesetzt zu haben. Ist wahrscheinlich mein Fehler.

Muss man auch gar nicht groß drüber reden, mir ist schon klar, dass Ihnen diese Zeilen die Juristen in die Mail diktiert haben. Die Leute sind ja heutzutage so nervös (gerade im Internet) und wittern gleich eine böse Absicht, wenn ihnen jemand einen Gutschein schenkt. Dabei ist das doch nett. Ich hätte nicht so viel Geld zu verschenken, aber Sie sind ja ein reicher Mann. Und so großzügig. Meine Frage ist aber immer noch nicht beantwortet, denn als Kunde interessiert mich das Kleingedruckte gar nicht, ich möchte einfach nur wissen, woher Sie meine E-Mail-Adresse haben. Wenn Sie mir das mal mitteilen würden, wäre ich Ihnen sehr dankbar. Meine E-Mail-Adresse haben Sie ja.

Hochachtungsvoll

Ihr Peter Giesecke

p.s. Ihre Website habe ich mir auch angeschaut, ganz nett, aber ich habe heute wie immer bei westlotto.de gespielt, bin da eigentlich recht zufrieden, Sie sind einfach ein bisschen spät dran. Wieder einmal.

Screenshot der Werbemail
Screenshot der Werbemail

Beteilige dich an der Unterhaltung

Keine Kommentare

  1. Bin neuer leser von „mein schöner Gsrten“.
    Obwohl der letzte große Jachpott geknackt ist, werde ich mir am Montag die Zeit nehmen, um 2 x gratis LOTTO zu spielen.
    Sicher ist das gleichzeitig Werbung für eine Spielgemeinschaft und wenn das nicht zu teuer ist, bin ich gerne bereit per Bankeinzug mitzuspielen, da ich der Meinung bin, daß Sie 100 % korrekt abrechnen.
    Denn der Name Burda ist mir aus Kinderjahren als zuverlässig
    bekannt, weil auch meine Eltern bei Ihnen gekauft haben (schon in den 50er Jahren, wo das Geld noch sehr knapp war!)
    Der gute Namen zählt und Sie waren noch nie negativ in den Medien.
    Gruß Werner Schilling, Ziethenweg 2a, 27755 Delmenhorst

  2. Hallo Herr Schilling,
    dass Ihnen der Name Burda aus ihrer Kinderzeit als zuverlässig und als guter Namen bekannt ist, mag durchaus richtig sein, weil das Unternehmen damals von Franz Burda, dem Vater des jetzigen Verlegers Hubert Burda, geführt wurde. Das aber der Name Hubert Burda noch nie negativ in den Medien gestanden habe, ist falsch. Die Vielzahl der von diesem Unternehmer (nennt sich auch Globalplayer) zwischenzeitlich entlassenen Beschäftigten könnten Ihnen dazu ihr Leid erzählen.

  3. Hallo Burda-Freunde,
    ja mit dem guten Namen ist wohl wohl vorbei, seit die Firma Burda Direct ihr Unwesen treibt. SPAM, gesetzeswidrige Telefonanrufe und Verkauf von Kundendaten, das ist das was man heute mit Burda verbinden kann. Wirklich schade, dass die Datenschutzbehörde und die Verbraucherverbände gegen dieses Raubtier-Marketing keine Handhabe haben. Es bleibt also nur, sich als betroffener und belästigter Kunde oder Nicht-mehr-Kunde zu artikulieren.
    Grüße von einem Ex-Abonnenten von Playboy, FOCUS, Freundin und ELLE.

    P.S. Vielleicht nennt Herr Burda sich ja um, oder seine Firma…

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.