Das Paket in der Besenkammer

Neue Visitenkarten für ein neues Projekt. Kollege Wagenhöfer hat es gerne billig. Es musste also unbedingt die Flyermaschine sein. Ja, richtig gelesen: FLYER MASCHINE. Keine machine, sondern eine Maschine. Einfach mal in der Hotline anrufen und die Ansage anhören (0800 3596666). Alles klar? Eine Schülerzeitungsdruckerei. Preis und Website sind ok, also wurde gemacht, was der Wagenhöfer wollte.

Screenshot von Flyermaschine.de
Das stimmt ja wohl nicht. Nix wurde ausgeliefert. (Screenshot von Flyermaschine.de)

Das war am 25. Juni, des Kollegen Kärtchen waren bereits zwei Tage später bei ihm. Ich musste mich geschlagen geben im Visitenkartenwettrennen. Der Wagenhöfer triumphierte. Wo denn meine Kärtchen seien? Das wüsste ich auch gerne. Schnell mal eingeloggt: Hoppla! Die verschicken über GLS. Ob die wohl bei einer Packstation zustellen?

Nach der Mittagspause sah ich dann, dass mich jemand aus Süddeutschland angerufen hatte. Ich dachte mir schon, dass dies die Flyermaschine war, also habe ich zurückgerufen. „Hallo, hier ist der Achim.“ Man habe das Paket nicht zustellen können, also habe man es an die Rechnungsanschrift geschickt. Soso. Mal schauen, ob wenigstens das ankommt. Der Name der GbR steht jedenfalls nicht am Briefkasten. Nicht an dem, wohin ihr das Paket ohne Nachfrage geschickt habt.

Da waren schon drei Tage ins Land gegangen. Dann kam der Freitag, der Samstag, der Montag und der Dienstag. Kein Paketmann klingelte an meiner Tür. Kein Paketschein lag im Briefkasten. Kein Nachbar meldete sich, dass er ein Paket für mich angenommen hätte. Langsam wurde es Zeit. Meinte auch Kollege Wagenhöfer. Warum rufst du da nicht an? Das war heute. Mittwoch. Der 4. Juli.

Der freundliche Mike (oder Maik?) suchte für mich die Paketnummer raus und rief sogar bei GLS an. Keine Viertelstunde später erhielt ich einen Rückruf – von GLS. Sie hätten das Paket da. Wo sie es denn zustellen könnten. Soso. Sie hätten das Paket da. Das ist ja schön. Vielen Dank! Ich gab der freundlichen Frau F. die richtige Anschrift. Dort, wo auch der Wagenhöfer seine Kärtchen hat hinschicken lassen. Die Zustellung wurde mir für morgen versprochen.

Man wünschte sich noch gegenseitig einen schönen Tag *flöt flöt*. Aber was bitteschön haben die die ganze Zeit mit dem Paket gemacht? In den Schrank gelegt? In die Besenkammer abgeschoben? Wer weiß, wer da zwischenzeitlich alles einen nackten Arsch drauf abgelegt hat?

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Keine Kommentare

  1. Haha, klingt ja echt amuesant 😉
    Bin dann mal gespannt, ob wenigstens die Qualitaet der Karten in Ordnung ist. Wuensch dir viel Glueck!

  2. Preis-Leistung ist ok, ich bin zufrieden. Die Kollegen-Kärtchen sind ja bereits eingetroffen.

    Den Link zu deinem Angebot habe ich mal entfernt, da dort ein Visitenkartenmacher beworben wird.

  3. Für eine Schülerzeitungsdruckerei waren sie einen Tick zu professionell. Aber der Unterschied ist schon spürbar – ob ich 220 Euro an nen Drucker hier zahle oder 32 an die Maschine. Und die haben uns den Rückseitendruck am günstigsten gemacht. Jetzt bin ich nur gespannt, ob GLS dich hier findet – denn dein Name steht hier ja auch nicht am Klingelschild.

  4. Aber die Dame von GLS hat – anders als die Flyermaschine – die richtigen Fragen gestellt: Was steht auf dem Klingelschild? Und das steht jetzt (hoffentlich) auch auf dem Paket. Darum geht es doch in diesem Netzausfall: Wie die Firmen kommunizieren, wenn bei der Onlinebestellung etwas nicht hinhaut. Ob die Flyermaschine nun wenige oder viele Schülerzeitung druckt, das kümmert mich, ehrlich gesagt, recht wenig. Ich glaube ja, es sind viele.

  5. Auch wenn das in diesem Fall nicht mehr hilft. Ich frage immernoch mal nach, ob man die Lieferung nicht auch per DHL verschicken kann. Ich nutze nämlich auch die Packstation und die wurde bislang immer problemlos gefunden 😉

  6. In diesem Fall habe ich es beim Bestellvorgang einfach nicht gesehen, ansonsten hätte ich eine andere Anschrift angegeben. Was ich mit diesem Netzausfall aber auch aufzeigen wollte, ist, dass viele Onlineshops ihren Nutzern einfach nicht erklären, dass es zu solchen Problemen kommen kann.

    Die Versendung über DHL führt übrigens meistens zu höheren Kosten. Wenn ein Onlineshop einen Vertrag mit einem Paketservice hat, dann kommen die täglich vorbei und holen die Ware ab. Wird nur ein Paket über ein anderes Unternehmen verschickt, muss jemand damit zur Post gehen. Das kostet erstens höheres Porto und zweites die Arbeitszeit des Mitarbeiters.

    Das Paket ist übrigens immer noch nicht in meinen Händen.

  7. Hallo lieber Peter Giesecke,
    dass es im Verlauf Deiner Bestellung bei Flyermaschine.de zu Umständen bzw. Problemem gekommen ist, tut mir im Namen des gesamten Teams von Flyermaschine.de sehr leid. Jedoch muß ich zu diesem Thema eine kleine Stellungnahme abgeben, da ich unser Portal hier zu unrecht beschuldigt sehe.

    Es liegt selbstverständlich jederzeit in unserem Interesse, dass die von uns gedruckten Waren schnell und zuverlässig beim Kunden sind und unsere Aufträge damit zur vollen Zufriedenheit abgewickelt werden. Dafür unternehmen wir größte Anstrengungen, die sich – wie ich meine – auch in der Reaktion und dem Aktionismus unserer Service-Mitarbeiter dargelegt haben. Und trotzdem sind wir nie zufrieden und versuchen stets weitere qualitative Verbesserungen anzustreben. Über jegliche Hinweise, die uns dazu verhelfen, sind wir daher zu jeder Zeit sehr dankbar.

    Leider können jedoch auch wir nichts anderes tun, als im Laufe des Bestellvorgangs nach einer Lieferadresse zu fragen und diese mitsamt des Kundenauftrages an unseren Paketdienstleister zu übermitteln. Es versteht sich nach meiner Ansicht von selbst, dass die angegebene Adresse auch eine wirklich existente Adresse sein sollte, denn meine Erfahrung hat mir gelehrt, dass jeglicher Paketdienstleister – ganz gleich welchen Namens und welcher Größe – Schwierigkeiten hat, ein Paket an eine Adresse zuzustellen, die es in der angegebenen Form so nicht gibt.

    Selbstverständlich hätte der weitere Verlauf Ihres Paketes logistisch besser organisiert werden können, weswegen wir sicher mit unserem Partner GLS zu Gesprächen kommen werden. Ich hoffe jedoch trotzdem auf etwas Verständnis Ihrerseits, dass auch uns als Auftraggeber in manchen Punkten die Hände gebunden sind und wir daher nicht für alle Missgeschicke unserer Dienstleistungspartner zur Verantwortung gezogen werden können. Es bleibt noch anzumerken, dass neben den leider ab und an vorkommenden negativen Vorfällen von GLS ungleich mehrere positive Effekte ausgehen, von denen tagtäglich eine Vielzahl unserer Kunden in nicht unerheblicher Weise profitieren, weil sie dazu beitragen, das Angebot von Flyermaschine.de noch attraktiver zu gestalten. Dies sind jedoch Effekte, die den Kunden in der Regel als solche nicht auffallen, weil sie intern geschehen und der Kunde nur deren Auswirkungen bemerkt.

    Wir alle hoffen Dich trotzdem auch weiterhin als Kunden begrüßen zu können um uns die Chance zu geben, darzulegen, dass es sich bei negativen Vorfällen tatsächlich um Einzelfälle handelt.

    Mit freundlichen Grüßen,
    Björn Albert – Flyermaschine.de

  8. Lieber Herr Albert, was Sie verkennen, ist, dass ich hier zwar eine Geschichte über Flyermaschine erzähle, letztlich aber gegen GLS schieße. Es besteht eigentlich gar kein Grund, mir wortreich den schwarzen Peter zuzuschieben.

    Sie erwecken den Eindruck, ich hätte keine „existente Adresse“ angegeben. Es handelte sich um eine Packstation der Deutschen Post. Die Packstation existiert, aber GLS stellt dort nicht zu. Das ist der Sachverhalt. Ich glaube auch nicht, dass Sie mit mir wirklich über den Sinn und Unsinn von Packstation-Adressen diskutieren wollen. Das werden Sie im Interesse Ihres Geldbeutels wohl nicht tun. Außerdem bin ich nicht der richtige Ansprechpartner.

    Wer Pakete verschickt, muss sich darauf einstellen, dass immer mehr Kunden diese an eine Packstation geschickt haben wollen. Der Kunde wiederum muss sich darauf einstellen, dass einige Lieferdienste nicht an einer Packstation zustellen.

    Der Hinweis auf flyermaschine.de, dass mit GLS verschickt wird, war schlichtweg zu unauffällig. Wenn ich den als aufmerksamer Leser übersehe, dann werden dies auch andere tun. Als ich ihn beim zweiten Login bemerkte, war das Kind schon in den Brunnen gefallen. Möchten Sie jetzt darüber streiten, wem dieser Fehler zuzuschreiben ist? Das sind doch Peanuts.

    Flyermaschine hat zu meiner Zufriedenheit reagiert, GLS hat kollerkommuniziert und sich nicht an die Absprachen gehalten. Warum im System der Flyermaschine „Ausgeliefert“ stand, wenn das Paket sich noch bei GLS im Lager befand, das kann ich nicht beurteilen. Fakt ist allerdings, dass ich bei Flyermaschine zweimal nach meiner GLS-Paketnummer gefragt habe. Diese Nummer hat mir aber nicht weitergeholfen, weil sie mit dem Paketverlauf vorne und hinten nicht übereinstimmte. Entweder wurde mir eine falsche Paketnummer genannt oder GLS trägt im eigenen System Fantasiewerte ein.

    Die Pointe war für mich übrigens, dass bei meinem letzten Anruf bei Flyermaschine, als ich von Büro aus anrief und mir gesagt wurde, das Paket sei wieder zu Flyermaschine zurückgekommen, es schon längst an meiner Privatadresse zugestellt worden war.

    Da Sie schon Ihr Produkt ansprechen, es geht Ihnen doch um eine gute Bewertung, die können Sie gerne haben. Ich bin ein zufriedener Kunde. Am Rand der Visitenkarten wurde etwas mehr abgeschnitten, als die Vorlage ahnen ließ, aber das ist ok. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist sehr gut. Gerne bestelle ich wieder bei Ihnen, wenn ich meine, meine Packstation-Nummer müsste unbedingt mit auf die Visitenkarte. Ich habe Sie auch bereits weiterempfohlen.

    Und das war Ihr langes Statement mit einer handvoll untergerührter Allgemeinplätze wert? Netzausfall schreibt nicht über Produkte, sondern über Kommunikationsverhalten von Medien und Unternehmen.

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