Von der Oma gelernt

Ich bin ein Kind der Siebziger, und meine Omas haben nicht nur den Krieg miterlebt, sondern gleich beide. Als der erste Weltkrieg ausbrach, war eine bereits aus der Schule raus und in ihrer ersten Stellung. So hieß das damals. Weshalb ich hier mit alten Zeiten anfange? Für meine Omas war es eine Selbstverständlichkeit, an Geburtstagen und zu Weihnachten das Geschenkpapier einzusammeln und ordentlich zusammenzufalten. Zur Wiederverwertung. Hat schon mal jemand von euch mit dem Fingernagel das Tesafilm vom Geschenkpapier geknibbelt? Meine Omas haben das getan.

Dann kamen die Achtziger. Das Jahrzehnt von Pop, Kommerz und Konsum. Da hat niemand mehr das Geschenkpapier aufgehoben. Nicht einmal mehr meine Omas, denn die waren da schon ziemlich tüddelich. Und wir Kinder schon ein bisschen größer. Wir haben es aufgerissen. Gierig. Um endlich an den Inhalt zu kommen.

Die Neunziger waren nicht anders. Aber dann kam das Fernabsatzgesetz. Im Internet zu bestellen, ist ja sooo billig. Man spart nicht nur Geld, sondern auch den Weg ins Geschäft. Dass man die neue Tastatur nicht ausprobieren kann, was soll’s? Man kann sie ja zurückschicken! Ich habe das ehrlich gesagt noch nie getan. Aber jedesmal, wenn mir ein Stück Technik von der Post angeliefert wird, knibbel ich am Tesafilm herum, um bloß nichts zu zerreißen oder zu verkleben. Es könnte ja sein …

p.s.: Die Tastatur darf erst einmal bleiben, habe sie gerade drei Absätze lang getestet. Der Anschlag ist ganz gut, nur die Zurück-Taste reagiert noch nicht ganz so, wie ich will.

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