Wikipedieren

Wie hört sich das denn an? Wikipedieren? Noch nie gehört. Googeln, ja. Das kennt man. Eine Zeitlang debattierte man darüber, ob es nun googeln oder googlen heißt. Aber das ist schließlich entschieden. Wie ich es oben verwendet habe, ist es richtig. Aber wikipedieren?

Dem Fremdwort-Lateiner fällt nicht gleich die Cicero-Büste vom Regal. Wikipedieren hört sich irgendwie gefällig an. Das könnte man sagen. Das könnte man sich angewöhnen zu sagen. „Ich wikipediere mal Äqulibrationsmodell.“ Hört sich doch gut an.

Dennoch gebraucht das Wort keiner. Ich habe es mal schnell gegoogelt: 579 Treffer. Das ist nicht viel. Wikipedieren zu wikipedieren, muss ich nicht mehr. Google liefert nur einen Treffer auf Wikipedia. Nicht als Teil der freien Enzyklopädie, sondern auf der Seite eines Benutzers.

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Keine Kommentare

  1. Was bedeutet es denn überhaupt? Als reines Synonym für „nachschlagen“ finde ich es unnötig. Man hat ja früher auch nicht gebrockhaust, gemeyert oder geencyclopediabritannicat.

    Für mich bedeutet es eher „stöbern in der Wikipedia“, wie es sehr viele Leute tun: Sie hangeln sich von Artikel zu Artikel; etwa so, wie man früher im Internet gesurft hat. So wie man im Brockhaus auch mal hängenbleibt und immer mehr Bände aus dem Regal zieht.

    Nachteil am „wikipedieren“ ist aber wohl, dass akustisch ziemlich klemmt. Wie wäres es mit „wiken“ oder „wikieren“? Die haben aber meiner Ansicht nach auch keine Chance.

  2. Aktueller Stand: 599 Treffer. Netzausfall auf den Plätzen fünf und sechs.

    @Lars: Wer will den wirklich solche Worte gebrauchen? Funktioniert doch bislang auch ohne ganz gut. Neue Worte erfinden finde ich döfigst.

  3. Neue Worte erfinden finde ich super, das ist das beste. Und wenns einem gelingt, ein Wort zu erfinden, dass es in den normalen Sprachgebrauch schafft, ist das schon sensationell!

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