Treesaver: So sieht die Zukunft des Journalismus aus

Die Zukunft des Journalismus liegt im Internet. ? Das ist eine Floskel, die noch gar nichts aussagt, dennoch ist sie wahr. Mal wird die bloße Existenz eines Gerätes als Heilsbringer angesehen, mal das Engagement eines Verlages. Das macht aber alles noch keinen guten Journalismus. Dennoch ist es wichtig, wie die Inhalte zum Leser kommen. Treesaver weist in eine Zukunft, die jenseits von Nachrichten-Portalen wie Spiegel Online liegt.

Die iPad-App Flipboard zeigt bereits Inhalte im Magazin-Stil, poliert und mit einem animierten Umblättern. Treesaver bietet ähnliches, allerdings nicht als installierbare Anwendung, sondern in jedem Browser. Der Vorteil liegt darin, dass sich jeder Text verlinken lässt. Verlage, die ihre Texte in einer App verstecken, machen es schwer, diese von außen zu erreichen.

Treesaver nutzt HTML5, CSS und Javascript. Dadurch lässt sich das einmal erstellte Magazin in allen aktuellen Browsern aufrufen. Die Bilder werden in verschiedenen Größen angezeigt, der Text fließt drumherum, sodass es letztlich immer wie ein gutes Zeitungslayout ausssieht.

Man benötigt also kein fancy iPad, für das gerade einige Magazine entwickelt werden, die es voraussichtlich nur dort zu lesen gibt. Mit der Lösung von Treesaver kann man zuhause am Desktop-Rechner beginnen zu lesen und unterwegs auf dem Smartphone die Lektüre fortsetzen.

Bei den Verlagen hat man nicht die Wahl. In Deutschland versuchen sich die großen Verlage Axel Springer und Burda abzuschotten und den Zugang nur gegen Bezahlung zuzulassen. Es ist aber verrückt, für Nachrichten Geld zu verlangen, die es an anderer Stelle im Internet gratis gibt. Die Frage ist, was daneben entsteht.

Treesaver bietet einen Rahmen für längere Geschichten, für schöne Bilder, für Reportagen. Treesaver will Geld für seine Arbeit. Und das gilt auch für die Journalisten und Fotografen, die ebenfalls viel Zeit in ihre Arbeit stecken. Online-Magazine, guter Journalismus im Internet, wird Geld kosten.

Wenn das Produkt gut gemacht ist, werden die Leute das auch zahlen. In den letzten Jahren wurden Lifestyle-Zeitschriften am Bahnhofskiosk gerne gekauft ? gerade auch von Heavy-Internet-Usern, die im Zug mal eine Stunde offline sein wollten oder mussten. Sie könnten in Zukunft auch ihre Magazine auf dem Bildschirm lesen.

Der Scobleizer Robert Scoble hat Filipe Fortes von Treesaver interviewt. Auf seiner persönlichen Website fortes.com ist mehr zu sehen.

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2 Kommentare

  1. Was künftig geschehen wird, weiß zum Glück niemand. Vermutlich aber geht die Entwicklung weiter wie bisher. Größere Katastrophen können eine vermeintliche Zukunft jedoch sehr schnell zu Fall bringen oder gar umkehren, weil sich die Zukunft nicht für uns interessiert. Umgekehrt sieht es da schon ganz anders aus: Wir interessieren uns für die Zukunft und die Vergangenheit gleichermaßen, nur die Gegenwart ist uns egal. Außer den unedlen Kräften, die aus beidem ein Geschäft machen, die kümmert sogar die Gegenwart, denn in ihr wird der Grundstein dessen gelegt, was künftig auf Kosten der meisten von uns zum Gewinn der sogenannten Elite beiträgt. Außer natürlich, es kommt anders als man denkt.

    Was die Zukunft der Medien betrifft, so sollte man jetzt schon mal nachrechnen, was unsere Umwelt gesamt mehr belastet – das Roden des Holzes fürs Papier oder der Abbau aller Ressourcen zum Bau eines Computers, Handys …? Und man muss auch kalkulieren, wobei mehr Energie verschwendet wird. Keine einfache Aufgabe, wie ich meine.

    Ich selbst gestalte alle Werbemittel (Copies, Leaflets, Plakate, Homepages …) am Computer, ziehe beim Lesen aber das Papier vor; ein Computer ist dazu keine Alternative!

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