Nur Flash geblockt – oder doch lieber die Werbung?

Firefox und Opera können Flash blocken und damit einen Großteil der Werbung. Darüber finanzieren sich aber die Portale.

Wie gut ich Steve Jobs verstehe, Flash nervt. Wie oft schon ist mein Browser abgestürzt oder zumindest jedes Flashelement verteilt auf allen Tabs, nur weil ein einzelnes Flashdingens rumgesponnen hat? Wenn man sich nebenbei einen Vortrag per YouTube anschaut, den man nur in kleinen Happen genießt, und nicht weiß, an welcher Stelle der Absturz kam, das ist ärgerlich.

Zwei Lösungen habe ich mir näher angeschaut. Im Firefox habe ich die Erweiterung Flashblock installiert, die genau das macht, was der Name sagt: Flash blockieren. Mit einem Klick auf das entsprechende Element kann man es starten. Auf diese Weise startet auch kein YouTube-Video im Hintergrund, wenn ich mehrere gleichzeitig aus dem Feedreader heraus öffne. Ansonsten klicke ich nur dort, wo meine Aufmerksamkeit gerade ist, das tut nicht weh.

Im Opera muss man in den Einstellung nur ein Häkchen vor „Plug-ins nur auf Anforderung aktivieren“ (zu erreichen über Erweitert -> Inhalte). Das hat den selben Effekt.

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Gleich vier Flashwerbungen finden sich auf diesem Screenshot

Warum habe ich nun keinen Werbeblocker installiert? Da sich Portale darüber finanzieren, fand ich das immer unfair. Diese Ansicht stammt aber aus einer Zeit, als man nur einen Bigsizebanner über der Webseite fand, einen Rectangle im Text oder in der Sidebar und einen Skyscraper daneben. Oder alternativ ein Wallpaper. Schlimm war das noch nicht.

Mit der Finanzkrise ab 2007 hat sich der Werbemarkt aber gewandelt. Die Preise sind eingebrochen, als Ausgleich findet man auf vielen Seiten mehr Werbung ? in der Sidebar sogar teilweise drei oder vier direkt untereinander. Reichweitenstarke Portale machen da keine Ausnahme. Dort findet man die Flut an Rectangles auf bestimmten Unterseiten, die ihre Restplätze nicht verkauft bekommen.

Offensichtlich wird Werbung immer zum Einkommensmix eines Webportals gehören, aber nicht ausreichen. Deshalb kann man den Werbequatsch auf den Unterseiten auch gleich ganz lassen, dort muss das Geld woanders herkommen. Die Werbung auf der Startseite ist in der Regel technisch kein Problem.

Die Frage ist nur, wie andere Erlösquellen aussehen, die unabhängigen Journalismus nicht komprimittieren. Vielleicht ist wirklich der einzige Ausweg, dass die Leser zahlen. Sie würden sich dann wieder für einen Großteil der Nachrichten an eine Quelle binden, diese hätte wieder eine Gatekeeperfunktion.

Ich bleibe erst einmal dabei, Flash zu blocken.

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