Duolingo: Sprachen lernen ohne Rotstift

Man übersetzt nur einen Satz und sieht, wie andere diesen Satz übersetzt haben.

Der witzige Luis von Ahn hat einen TED-Talk gehalten: Massic-scale online collaboration. Luis von Ahn ist ein Erfinder der Captcha-Methode, worüber verifiziert wird, dass ein Mensch auf der Webseite eine Eingabe vorgenommen hat und keine Maschine. Dieses Prinzip überträgt er auf das Sprachen-lernen. Sein Projekt Duolingo befindet sich noch in der geschlossenen Betaphase. Gesucht werden zurzeit nur Englischsprachige, die Deutsch oder Spanisch lernen wollen (bald auch Französisch, Italienisch und Chinesisch).

Ein Satz wird vorgegeben, den man übersetzen soll. Es heißt, das (World Wide) Web solle übersetzt werden. Von Ahn nennt Wikipedia in seinem TED-Talk. Der Satz, den man zu übersetzen hat, soll dem eigenen Sprachniveau entsprechen. Wie dies eingeschätzt wird, sagte er nicht. Ich nehme an, dass man sich beim Dienst anmelden und eine Lernphase durchlaufen muss. Ein Dienst ohne Anmeldung wäre selbstverständlich schöner, er ist aber kostenlos.

Mehrere Leute übersetzen denselben Satz, hinterher kann man vergleichen, inwieweit die eigene Übersetzung abweicht. Die einzelnen Übersetzungen werden aber auch von anderen bewertet. Das ist klassisches Crowdsourcing. Am besten bewertet wird dadurch vielleicht nicht die im Detail beste Übersetzung, aber immerhin die, die sich für die meisten am besten anhört.

Genau das soll auch erreicht werden. Man lernt einzuschätzen, wie gut die eigene Übersetzung ist. Das ist wie eine Korrektur ohne Korrektor. Niemand streicht einem an, was man falsch gemacht hat, dennoch bekommt man ein Gefühl dafür, wie weit man daneben lag. Das ist jedoch das wichtigste Element beim Sprachenlernen, jemand muss einen drauf hinweisen, was man falsch gemacht hat und wie es stattdessen richtig heißt. Vokabeln pauken, Romane lesen und Filme schauen ? das alles hilft, reicht aber nicht, um selbst Sätze in einer anderen Sprache formulieren zu können.

Die Sätze dann auch noch in einer flüssigen Unterhaltung zu bilden und zu sprechen, ist noch einmal etwas anderes. Aber da Google bereits das Captcha-Unternehmen von von Ahn gekauft hat, werden sie vielleicht auch noch Duolingo übernehmen, und dann spricht man einfach in das Mikrofon seines Android-Handys. Es gibt doch kein Problem, das Technik nicht lösen könnte. Oder?

Beteilige dich an der Unterhaltung

1 Kommentar

  1. danke für den Artikel…ich denke, dass „Schwarmintelligenz“ eine sehr gute Methode ist, um Dinge zu erschaffen…und auch eine andere Sprache zu lernen..

    allerdings glaube ich, dass in wenigen Jahren schon Google Webseiten automatisch und perfekt übersetzten wird…

    meine 2ct

    Dan

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