Facelift bei der Süddeutschen

Die Süddeutsche Zeitung hat ihren Onlineauftritt verändert. Oben sieht es mehr nach Zeitung aus, unten mehr nach Spiegel Online. Viel getan hat sich aber nicht.

Zum Jahreswechsel wurde der Onlineauftritt der Süddeutschen Zeitung einem Facelift unterzogen. Von einem Relaunch sollte man nicht sprechen, dafür hat sich zu wenig getan. Auf den ersten Blick fällt auf, dass auch die Online-SZ näher an das Erscheinungsbild der Zeitung gerückt ist. Einen ähnlichen Schritt war im Herbst bereits die FAZ gegangen. Der Header hat nun wie die ganze Seite einen weißen Hintergrund.

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Umso wichtiger wäre die Navigation als teilendes Element gewesen, doch auch hier hat die Süddeutsche die Farbe herausgenommen. Die Hauptnavigation erscheint jetzt mit weniger Kontrast und fällt hinter Seitentitel und Überschrift der Hauptmeldung zurück. Das mag auf den ersten Blick gefälliger erscheinen, macht den zweiten Klick aber nicht leichter ? wobei meiner Erfahrung nach (in einem ganz anderen Umfeld) die Navigation gar nicht so häufig geklickt wird.

Das Logo Süddeutsche.de beginnt nun mit einem Großbuchstaben, und ersetzt das ue durch ein ü, bleibt aber einer Mischform aus Offline- und Onlinemarke, ähnlich handhabt es Zeit Online. Ansonsten geht der Trend jedoch zur Verwendung des Original-Zeitungstitels auch im Internet. Die Suche, die bislang daneben zu finden war, muss man nun suchen, sie ist in der Hauptnavigation verschwunden.

Mag ich, lese ich aber nicht

Das Design Tagebuch bemängelt fehlende Rollover-Effekte, die beim Leser einen professionellen Eindruck hinterlassen würden. Zum ersten Mal kann ich dieses Argument nachvollziehen, denn in der Regel sind Ausklappmenüs und dergleichen (gerade auch auf großen Webauftritten) so schlecht gemacht, dass sie eher den gegenteiligen Eindruck hinterlassen. Ich wünschte mir an vielen Stellen im World Wide Web mehr Mut zur Reduzierung. Aber einen einfachen Hovereffekt, der anzeigt, welchen Link man gerade anzuklicken gedenkt, hätte ich schon gerne gesehen.

Die Annäherung an das Erscheinungsbild der Zeitung beschränkt sich aber auf das Stilelement Schwarz-auf-Weiß. Die FAZ hat kürzlich den Aufbau der Startseite komplett aufgebrochen, die SZ bleibt beim klassichen Spiegel-Online-Aufbau: links die Nachrichten in einer Spalte, rechts die Sidbar. Da vorher die Ressorts weiter unten auf der Seite zweispaltig gesetzt waren, geht die SZ sogar den umgekehrten Weg. Die Sidebar rechts ist geblieben, wie sie war: farblich hinterlegt. Um das weiße Blatt einer Zeitungsseite zu suggerieren, hatte die FAZ auch hier auf den Kontrast verzichtet.

Mehr ins Detail kann ich gar nicht gehen, denn so gut kenne ich die Süddeutsche Zeitung gar nicht ? weder Print noch Online. Obwohl ich die Zeitung mag, habe ich doch stets die Lektüre woanders vorgezogen. Über viele Jahre habe ich die Zeit gelesen und damit die Wochenzeitung im linksliberalen Spektrum. Seit einiger Zeit lese ich nur noch die FAZ online über RSS ? und Zeit Online, wenn ich Lust dazu habe.

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