Sony Xperia S: Bleibt alles anders

Das neue Android-Smartphone ist wieder ganz auf Sony und seine Entertainment-Plattform ausgerichtet. Das Sony Xperia S setzt auch wie gewohnt ein paar Designakzente. Zum Kultstatus reicht das aber noch lange nicht.

Eine Ära geht zu Ende. Sony Ericsson hat zur CES 2012 die ersten Smartphones vorgestellt, die nur noch den Namen Sony tragen. Das neue Flagschiff Sony Xperia S wirkt wieder anders. Bei Samsung, HTC und Motorola ist Android runder, technischer, googeliger. Das Xperia S könnte auch die Fernbedienung eines Sonygerätes sein. Der neue Schriftzug oberhalb des Lautsprechers wirkt daher stimmig, wenn nicht sogar erfrischend.

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Ich bin ein Kind der Achtziger. Walkman und später der Discman hatten von Sony zu sein. Sogar die Wahl des Kopfhörers war eine Statusfrage. Die beiden Stöpsel an Bändern gingen gerne bei der Klassenfahrt kaputt und man fand sich dann im Kaufhof vor dem Regal wieder ? nach dem Original von Sony suchend. Das war Sony auch: das Original. Apple mit seiner ikonischen iPod-Werbung ? eine schwarze Silhouette vor farbigem Hintergrund, in der Hand ein weißer iPod ? bezog sich lediglich darauf. Mit den weißen Kopfhörern wollte Apple sich absetzen.

Beim Zusammenschluss von Ericsson und Sony 2001 hat der Entertainer dieses Kapital mitgebracht. Ericsson konzentrierte sich vorher bloß auf die Mobilfunktechnik. UMTS, UMTS und nochmals UMTS. Sony brachte die Marken Walkman und Cybershot ein ? samt zugehöriger Technik und das Gespür für Design. Die Xperia-Smartphones sind also schon lange von Sony geprägt.

Mehr Multimedia als Android

In dieser Linie steht auch das Xperia S (ein einfallsloser Name, haben das S doch schon so viele Smartphones nachgestellt) mit seiner markanten Form. Von vorne gesehen wirkt es sehr eckig, die Rückseite ist ein wenig ausgestülpt, sodass man es nicht flach auf den Tisch legen kann. Dennoch hat man das Gefühl, dass es sich um Design handelt und nicht um dessen Abwesenheit. Unterhalb des Displays befindet sich ein heller Streifen, hinter dem sich kleine Nachrichtenlämpchen verbergen, aber auch Teile der Antenne.

Ich kann gar nicht sagen, ob mir das Design nun gefällt, Sony Ericsson kam für mich in den letzten Jahren einfach nicht infrage. Das hat zwei Gründe: Handykamera und Musikwiedergabe sind mir nicht wichtig. Sony Ericsson wendet sich hier an eine Zielgruppe, die sich für Multimedia interessiert, dazu gehöre ich einfach nicht. Dann war Sony Ericsson einfach zu langsam. Die Smartphones erschienen oft erst viele Monate, nachdem sie angekündigt wurden. Da Android stark angepasst wurde, verzögerten sich auch die wichtigen Updates. Ich bin gespannt, ob sich das unter Sony ändern wird.

Das Sony Xperia S ist jedenfalls das erste Smartphone aus der neuen Serie Xperia NXT. Es wird spätestens Ende März mit Android 2.3 Gingerbread ausgeliefert, das Update auf Android 4.0 Ice Cream Sandwich soll im zweiten Quartal folgen. Ansonsten ist wieder alles auf Sony bzw. auf Unterhaltung ausgerichtet. Das 4,3 Zoll große Reality Display zeigt 1.280 x 720 Punkte an und wurde durch Sonys Bravia-Technik und Sony HD aufgewertet.

Sony ist kein Kult mehr

Die Kamera auf der Rückseite fasst 12 Megapixel, nutzt Sonys Exmor-R-Technik und soll aus dem Standby-Modus heraus Aufnahmen in 1,5 Sekunden machen. Das Sony Xperia S ist auch „PlayStation Certified“. Für genug Leistung sorgt der 1,5 GHz schnelle Dual-Core-Prozessor. 32 GB Speicher bieten Platz für die Musiksammlung, viele Bilder und einige Videos. Und eine Anbindung an das Sony Entertainment Network ist auch vorhanden. Dort kann man dann, wenn einem langweilig wird, Musik, Filme, Spiele und noch vieles mehr kaufen.

Das Sony Xperia S ist sicherlich nicht die erste Wahl ? für mich nicht wie auch für viele andere nicht. Wenn sich aber auf den ersten Blick nichts Besseres findet, könnte das Xperia S eine solide Alternative sein, mit der man lange Zeit sehr zufrieden ist. Dass Sony im Zuge eines 80er-Revivals wieder Kult wird, sehe ich derzeit nicht.

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