Telekom Mobile Data: LTE, aber teuer

Seit gestern hat die Telekom neue Datentarife im Programm – zur Nutzung mit Laptop oder Tablet, nicht als Option zu einem Sprachtarif. Die Mobile-Data-Tarife gibt es wie üblich in S, M, L und XL. Es handelt sich dabei um eine Daten-Flatrate, deren Geschwindigkeit nach einem gewissen Verbrauch gedrosselt wird. Die schnelle Funktechnik LTE gibt es laut Telekom-PR ohne Aufpreis, aber irgendwie ist das in den Preisen versteckt, die zudem sauteuer sind.

Technisch ist das sauber gelöst, das Gerät sucht sich das beste Netz. So war das aber auch bisher, wenn das Handy von EDGE auf HSDPA umschaltet oder bei Telefonaten von GSM auf UMTS. Die Beschränkung liegt im Tarif. Dieser ist nicht nur nach Volumen gestaffelt, sondern auch nach Geschwindigkeit. Wer mehr zahlt, kann schneller downloaden. Und wenn die Drosselung einsetzt, kann man diese kostenpflichtig über „SpeedOn“ wieder aufheben.

Im Tarif „Mobile Data S“ kann man für 19,95 Euro im Monat 1 GB mit bis zu 3,6 Mbit/s versurfen, danach geht es weiter, nur langsamer. Im Tarif „Mobile Data M“ wird die Bremse ein Stück losgelassen. Hier kann man für 29,95 Euro im Monat 3 GB mit bis zu 21,6 Mbit/s versenden und empfangen.

Tarife besser als die Netze

Bei den anderen beiden Tarifen werden nun ordentlich die Zahlen hochgeschraubt. Im Tarif „Mobile Data L“ gibt es für 49,95 Euro im Monat 10 GB mit bis zu 42,2 Mbit/s, im Tarif „Mobile Data XL“ 30 GB mit bis zu 100 Mbit/s für 69,90 Euro.

Drei der vier Datentarife ermöglichen also neue Höchstgeschwindigkeiten über LTE. Das ist aber quatsch. An den meisten Orten kann das Netz gar nicht leisten, was der Tarif verspricht. Letztlich geht es also doch um das Inklusivvolumen. 1 GB für 19,95 Euro ist aber schlichtweg zu teuer.

Es mag sein, dass einige Geschäftskunden die hohen Geschwindigkeiten nutzen wollen. Die neuen Tarife bewirbt die Telekom aber für Tablets, also für den Privatmann auf dem Sofa oder im ICE. Dort braucht man allerdings keine 100 Mbit/s. Und wo es die hohen Geschwindigkeiten gibt, am Flughafen oder auf dem Messegelände, da sind so viele Kunden eingebucht, dass einem gar nicht die komplette Bandbreite zur Verfügung steht. Die angegebene maximale Bandbreite müssen sich alle teilen, deshalb heißt es in Werbung und Produktbeschreibungen auch immer „bis zu“.

Zu wenig Daten für hohe Geschwindigkeiten

Die Telekom bietet die neuen Datentarife mit und ohne Gerät an. Angeboten werden ein Surfstick für den Laptop oder ein Tablet. Die Tarife lassen sich mit anderen Telekomverträgen kombinieren (CombiCard), man kann so bis zu 20 Euro sparen.

Verwundert hat mich, dass es eine WLAN-Flatrate an den Telekom-Hotspots erst ab dem Tarif „Mobile Data M“ gibt. Bisher hat die Telekom ihren Kunden sehr großzügig Zugriff auf die Hotspots gegeben und sich dadurch auch positiv von der Konkurrenz unterschieden. Jetzt hat sich anscheinend ein Marketing-Manager durchgesetzt, der meinte, man müsse den günstigsten Tarif beschneiden, um den „Mobile Data M“ attraktiver aussehen zu lassen. Schade.

Aber wie oben schon angemerkt, der Tarif mit 1 GB für 19,95 Euro ist eh nicht attraktiv und der „Mobile Date M“ mit 3 GB bis zu 21,6 Mbit/s für 29,95 Euro nur, wenn man es wirklich braucht. Kleine Datenmengen mit hohen Geschwindigkeiten zu kombinieren, lohnt sich nur, wenn man wenige Heavy-Downloads im Monat hat. Und das ganze mit einem 24 Monatsvertrag auszustatten, wo sich die Ansprüche doch laufend ändern, macht nun wirklich keinen Sinn.

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2 Kommentare

  1. Ok die Tarife sind wirklich teuer. Bei uns in Österreich sind die Tarife, egal ob LTE,UMTS oder normales Telefonieren um einiges günstiger. Ich frage mich allerdings wieso? Gut unser Land ist kleiner, aber wir brauchen auch weniger Handymasten usw.

    Vielleicht kann mir ja jemand auf die Sprünge helfen.

    Danke und dir Peter weiterhin viel viel Erfolg.

    Gruss

  2. Österreich ist in Europa ein Testland für neue Mobilfunktechnik, daher gibt es dort neue Technik oft zuerst. Warum das so ist, weiß ich gar nicht. Dafür spräche, dass Österreich wirtschaftlich ähnlich strukturiert ist wie der größte Einzelmarkt in Europa, Deutschland. Dagegen spräche die Schwierigkeit mit den Bergen.

    Wieso Österreich auch bei den Tarifen oft mit neuen Modellen vorangeht, ist mir ebenfalls nicht bekannt. Aber ich glaube nicht, dass die Tarife in Österreich entworfen werden, sondern wohl eher in der Europazentrale des Mutterkonzerns. Ein Beispiel ist der Mobilfunker 3.

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