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Amazons sleepy Kundendienst

In diesem Jahr habe ich schon dreimal versucht, ein Konto des Amazon-Partnerprogramms zu schließen. Endlich scheint es zu klappen. Heute morgen erhielt ich die Bestätigung einer Anfrage, die ich schon vor Wochen gestellt habe. Darin formuliert Amazon das Ziel, das kundenfreundlichste Unternehmen der Welt zu sein. In meinen Augen zumindest bleibt ihnen dieses versagt. Dieser Mist ist nicht auf dem Versäumnis einer Person gewachsen, da steckt mehr hinter.

Die Geschichte ist schnell erzählt: Anfang des Jahres hatte ich zwei Partnerkonten, ein privates für eine zehn Jahre alte Linksammlung, über die ein Freund seine Amazoneinkäufe tätigt, und eines für das sich mittlerweile in Abwicklung befindende Pocketbrain. Im Januar oder Februar stellte ich eine Anfrage an den Kundendienst von Amazon, wie man die beiden Partnerkonten zusammenführen und mit einer neuen Partner-ID versehen könne. Dieser Name taucht schließlich auch in der URL auf, und ich wollte auf Netzausfall eine Partner-ID haben, die sich auch nach Netzausfall anhört.

Kein Button zum Löschen

Offene Fragen sind für Supportmitarbeiter manchmal eine Herausforderung, hier kam eine kompetente Antwort aber innerhalb von vierundzwanzig Stunden. Ich war zufrieden. Es dauerte einige Zeit, bis ich die alten Partner-IDs entfernt hatte, dann richtete noch ich ein neues Partnerkonto für Netzausfall ein und bat um Schließung des Partnerkontos für die alte Linksammlung. So hatte man mir geraten, und ich antwortete auf das alte Ticket. Mein Anliegen hätte also der alten Korrespondenz zugeordnet werden können. Es tat sich aber nichts.

Noch vor dem Sommer schickte ich erneut mein Anliegen, das alte Partnerkonto zu schließen und das Restguthaben auszuzahlen oder auf ein anderes Partnerkonto zu übertragen. Das Problem ist nämlich, dass es keine Funktion auf der Website des Amazon-Partnerprogramms gibt, worüber man dieses kündigen kann. Und im Hilfebereich gibt es auch bloß an einer Stelle den dürftigen Hinweis, dass man sich an den Support wenden solle. Das ist leider Praxis bei einigen Dienstleistungsunternehmen. Von Amazon kam übrigens wieder keine Antwort.

Noch drei Monate warten

Im Spätsommer dann der dritte Versuch, heute morgen erhielt ich die Bestätigung. „Bitte entschuldigen Sie zuerst, dass wir uns erst jetzt bei Ihnen melden.“ Keine Erklärung warum. Ist das ein Standardsatz? Das kann ich mir nicht vorstellen. War das ein Problem nur mit mir, oder hatte der gesamte Support einen Schluckauf?

„Die Auszahlung der eventuell entstandenen Werbekostenerstattung wird automatisch veranlasst. Das Honorar wird monatlich, spätestens 60 Tage nach Ende des Kalendermonats der Kontoschliessung ausbezahlt.“ Da gerade der Oktober begonnen hat, werde ich das Geld also erst Anfang nächsten Jahres bekommen. Ich hoffe nicht, dass Amazon darauf angewiesen ist, mit meinen 19 Euro nochwas seine Bilanz zu frisieren. Mein Anliegen jedenfalls wird dann knapp ein Jahr nach meiner ersten Anfrage erledigt sein.

Oder bei …

Ins Bild passt auch der Schlusssatz: „Unser Ziel: das kundenfreundlichste Unternehmen der Welt zu sein. Ihr Feedback hilft uns dabei. http://www.amazon.de“. Leider nur kann man unter dieser Adresse nicht sofort sein Feedback abgeben. Und ob das überhaupt jemand lesen würde? Ich bin gespannt, ob ich noch – im April nächsten Jahres vielleicht – eine Mail bekomme, in der ich aufgefordert werde, die Effektivität des Supports per Mausklick zu bewerten – vom möchtegern „kundenfreundlichsten Unternehmen der Welt“.

Vielleicht kaufe ich mir von den 19 Euro was Schönes bei IKEA.

Ein Satz muss aber noch angefügt werden: In der Vergangenheit habe ich sehr gute Erfahrungen mit dem Support von Amazon gemacht – per Mail und am Telefon. Ich weiß nicht, was jetzt in die gefahren ist.

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