Wie Paypal sich eine goldene Nase an mir verdient

Einmal im Monat bucht Ebay bei mir einen kleinen Betrag ab, das ist nicht viel, aber jedes Mal denke ich: Schweine, das ist viel zu viel. Was mir nicht unter die Augen kommt, ist, was auch noch Paypal einbehält, denn die meisten Käufer meiner Second-Hand-Bücher zahlen mal fix per E-Mail, und ich schaue mir auf der Paypal-Website höchstens den Gesamtbetrag an, aber doch nicht jeden einzelnen Eingang und was da abgezogen wird.

Was ich mir jetzt aber angeschaut habe, sind die Gebühren, die Paypal nimmt, wenn man als Onlinehändler etwas verkaufen möchte. Regulär sind das 0,35 Euro + 1,9% vom Gesamtpreis. Wer nur Eingänge unter 3 Euro hat, kann auch alternativ 0,10 Euro + 10% wählen. Bei einem Betrag von 1,49 Euro wären das 25 Cent, also rund 17 Prozent des Kaufpreises, den der Billinganbieter in seine eigene Tasche steckt. Und dann kommt ja auch noch die Steuer ab.

Mentale Transaktionskosten

Ich habe daraufhin einen Freund gewarnt, dem ich vor ein paar Monaten einen Onlineshop aufgesetzt habe, WordPress plus Plugin, mit Schnittstelle zu Paypal – damit der Freund keine Probleme bekommt, wenn er dort sein privates Paypalkonto angegeben hat und deshalb weniger Gebühren zahlt. Er war ziemlich überrascht, denn als Privatperson zahlt man genauso viel. Damit hatte ich nicht gerechnet. Ich latze also schon immer so viel, aber es ist mir nie bewusst geworden. Der Freund hatte übrigens bei Paypal korrekt ein Händlerkonto eröffnet.

Paypals Versteckspiel ist nicht ungeschickt, denn es sollen vor allem die mentalen Transaktionskosten sein, die einem vom Kauf per Micropayment abhalten. Marcel Weiß und felix schwenzel haben vor einiger Zeit in der Debatte über Gebühren für jounalistische Websites sehr schön darüber geschrieben. Bei so kleinen Beträgen fragt man sich, ob das Gut überhaupt diesen Preis wert ist. Und wer rechnet in diesem Moment schon die 17 Prozent Transaktionskosten für Paypal ein? Dann kommt noch hinzu, dass das, was wenig kostet, es meist in ähnlicher Form auch anderswo kostenlos gibt. Wenn der Kopf erst einmal so weit ist, diese Gedanken zu wälzen, ist der Kauf schon in weite Ferne gerückt.

Alle auf einem Niveau

Ich habe mir dann auch ein paar Alternativen angeschaut. ClickandBuy nimmt mit 0,10 Euro plus 11 Prozent vom Gesamtpreis fast das gleiche, der eher unbekannte Anbieter miniPay aus Aachen berechnet pauschal 0,19 Euro bis zu einem Warenwert von 5 Euro und bis 500 Buchungen. Bei Prepaid-/Guthabenkarten wie der Paysafecard zahlt man ebenfalls 15 bis 17 %. Und wer sich den Kaufpreis auf sein Bankkonto überweisen lässt und dafür sofortueberweisung.de in Anspruch nimmt, zahlt mit 0,10 Euro + 1,8% sogar etwas mehr. Wenn man hier allerdings wieder den Betrag von 1,49 Euro zugrunde legt, zahlt man doch einiges weniger, nur etwas über 5 Cent, wenn man die Sonderkonditionen für Micropayments wählt. Dann zahlt man 3,7 Prozent vom Gesamtbetrag.

Gut, so viel verkaufe ich nun auch wieder nicht über Ebay. Aber es gibt durchaus einen Grund, dass ich mich nach den Gebühren für Micropayment umgeschaut habe. Es hätte also heißen müssen: Wie Paypal sich eine goldene Nase an mir verdienen wird. Hoffentlich. Stay tuned.

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.