Was Erfolg beim Onlinedating bringt

Wer sich von mir Antwort auf die Frage erhofft, wie man beim Onlinedating am besten einen Partner fürs Leben findet, noch habe ich die Lösung nicht. Amy Webb jedoch hat eine mathematische Formel ausgetüftelt (Mashable berichtet, vielen Dank an Jürgen für den Link), um dann festzustellen, dass sie nicht funktioniert. Das gilt wohl für die Matchingfunktionen aller Datingportale, die einem vorschlagen, wer zu einem passt, naja: passen könnte.

Das ist dann der Gegenwert, den man erhält, wenn man sich bei einer sogenannten Online-Partnervermittlung anmeldet und monatlich eine stolze Summe zahlt. Einige dieser Portale geben sich einen elitären, andere einen wissenschaftlichen Anstrich. In beiden Fällen führt es nachweislich nicht zum Erfolg. Wenn es das ultimative Matchingverfahren gäbe, müsste sich die Zahl der Singles eigentlich drastisch reduziert haben. Hat sie aber nicht.

Webb weist in ihrem Buch „Data, A Love Story“ die Schuld dafür aber den Nutzern zu. Von ihnen stammen schließlich die Daten, die dann auf dem Server durch den Algorithmus-Wolf gedreht werden. Was dabei herauskommt, kann gar nicht besser sein als das, was man hineingesteckt hat. Ihr fiel auf, dass sich viele bei der Jobsuche wesentlich mehr Mühe geben als bei der Partnersuche. Dabei sei doch beides bloß Produktmarketing – mit einem selbst als Produkt.

Ob mit Matchingfunktion oder ohne – wichtig sei es, das eigene Profil zu pflegen. Webb hat sich ihre eigenen Datingversuche angeschaut und ist auch in die Rolle des Gegenüber geschlüpft. Das ist dann zwar immer noch ein subjektives Bild, sie meint aber, ein Muster erkannt zu haben: Beliebte Frauen zeigen etwas Haut, stellen sich kurz und knapp mit 97 Wörter dar, klingen dabei optimistisch, und sie ließen sich 22 bis 23 Stunden Zeit für die Antwort. Der größte Fehler sei, zu viel von sich preiszugeben, zu viel zu erklären. Auch Sarkasmus sei nicht angebracht. Webb empfiehlt zudem Bilder, auf denen man so aussieht, wie man zu einem ersten Date erscheinen würde.

Ich weiß nicht, ob das Buch mit dieser Überlegung endet, oder ob noch weitergedacht wird. Das Fazit wäre ernüchternd: Wenn schon keine Formel, kein Matching den Erfolg bringt, so hat der Betreiber eines Datingportals es ebenfalls nicht in der Hand, wie gut die Nutzer ihr Profil ausfüllen. Einige fragen allerhand Details ab, von der Augenfarbe über die Lieblingsband bis hin zum Einkommen. Die Angaben werden nicht immer ehrlich sein. Und wenn der Suchende einen Text frei formulieren darf, nun ja, das Niveau geht weit auseinander und scheint bei zunehmender Nutzerzahl einer Plattform im Schnitt kräftig nach unten zu sacken. Nicht, dass die Texte schlechter werden würden, das Feld wird oft einfach nicht ausgefüllt. Wie sollte man das auch erzwingen? Durch eine Mindestanzahl an Zeichen?

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