Was den Blackberry Passport so interessant macht (Update)

Blackerry hat vor kurzem zwei neue Geräte mit QWERTY/QWERTZ-Tastatur angekündigt. Der Blackberry Classic wird Designelemente alter Blackberrys wieder aufnehmen, aber eine Weiterentwicklung des Blackberry Q10 sein: der Bildschirm ein wenig größer, im Wesentlichen bleibt es aber bei dem, was sich bewährt hat. Der Blackberry Passport dagegen wird erstmals einen großen Touchscreen mit einer physischen Tastatur im Blackberry-Stil kombinieren. Liebe und Hass sind im gewiss. Ich habe mich allerdings noch nicht entschieden.

Blackberry Passport

Blackerry musste etwas anders machen. Was mit dem Q10 und dem Z10 versucht wurde, hat noch nicht funktioniert. Deshalb wird jetzt ein weiters Mal neu justiert. Der Blackberry Z10 war der Versuch, ein besseres iPhone zu bauen. Die Kunden wollten jedoch keine Kopie. Der Blackberry Passport – auch Blackerry Windermere oder Blackberry Q30 genannt – bricht dagegen mit den Erwartungen. Blackberry zeigt Mut. Damit werden sie aber kein Marktführer, sondern bestenfalls ein Nische besetzen. Anpassung würde nur zur Mittelmäßigkeit führen.

Was macht Blackerry also anders? Vom Offensichtlichen – der physischen Tastatur – einmal abgesehen? Es ist das neue Betriebssytem Blackberry 10 und das quadratische Format des Bildschirms. Beides sieht auf den ersten Blick nicht aufregend aus. Aber alles zusammen wird sich spürbar anders anfühlen, als ein iPhone oder ein Android-Smartphone in der Hand zu halten.

Anwendungen

So wird es im nächsten Jahr eine Reihe von Produktivitätsanwendungen geben, die den Unterschied machen. Die Blackberry World ist kein guter App-Store. Nicht nur, dass die Anwendungen einiger bekannter Dienste fehlen. Es wird dort auch zu viel Mist an die Oberfläche gespült. Damit wird Blackberry wohl nun Schluss machen. Amazons App-Store wird vorinstalliert sein. Wer eine App zur Unterhaltung sucht, wird sie dort finden.

Es wäre schlau, 1. dort auszuweisen, welche Android-App auf dem quadratischen Display noch brauchbar ist, 2. die Blackberry World ausschließlich mit Qualitätsanwendungen neu zu starten und 3. einige Dienste dafür zu bezahlen, dass sie eine App auch für Blackberry 10 entwickeln – zum Beispiel für den Messaging-Dienst Threema (wobei das angesichts der Konkurrenz zum Blackberry Messenger ein schlechtes Beispiel ist, hätte ich aber gerne).

Das quadratische Format des Displays bietet neue Möglichkeiten. Die Anwendungen hätten mehr Platz in der Breite und könnten Inhalte neu anordnen. Das Hochformat ist für einfache Listen gut, das Querformat für Bilder und Videos, aber das quadratische Format könnte mehr Details und Optionen auf den Bildschirm zaubern, die gerade Produktivitätsanwendungen nutzen könnten. Auch Websites würden einen anderen Ausschnitt zeigen. Der Standard-Browser von Blackberry 10 ist nicht schlecht.

Die Entwickler können ihre Q10-Apps recht einfach auf die neue Auflösung des Blackberry Passwort mit vierfacher Punktzahl übertragen. Die Punktdichte ist mit 453 ppi besser als beim Q10 mit 330 ppi. Kleine Schriften werden sich noch besser lesen lassen.

Maße

Viel mehr Spezifikationen sind noch gar nicht veröffentlicht worden, aber es dürfte auf folgende Werte hinauslaufen:
– 4,5-Zoll-Display, 1.440 x 1.440 Punkte
– Quad-Core-Prozessor Snapdragon 800, 2,3 GHz
– 3 GB Arbeitsspeicher
– 3.450-mAh-Akku
– 13-Megapixel-Kamera hinten

Der Blackberry Passwort wird kein unhandlicher Klotz sein, sondern bloß so erscheinen. Ungefähr 8,2 Zentimeter wird er breit sein. Schon bei meinem Nokia E61 bin ich mit meinem Daumen von rechts nicht bis zur äußersten Taste links gekommen. Der Blackberry Passport wird in zwei Händen gehalten werden müssen und daher ein Phablet sein. Ich mag diesen Ausdruck aber nicht.

Die Breite einzelner Geräte im Vergleich:
Nokia E61: 7,0 cm
Apple iPhone 5s: 5,8 cm
Samsung Galaxy S5: 7,3 cm
Samsung Galaxy Note 3: 7,9 cm
Blackberry Passport: >8,2 cm

Tastatur

Das große Fragezeichen steht für mich hinter der Tastatur. Sie hat weniger Tasten als der Q10. Und sie wurde extrem an den Rand geschoben und liegt damit ziemlich weit vom Schwerpunkt entfernt. Man wird den Blackberry Passport fast immer mit zwei Händen halten müssen. Zwei Neuerungen führt Blackberry jedoch ein. 1. Die Tasten verfügen über kapazitive Sensoren, die erfassen, ob sich ein Finger darüber bewegt. Damit wird die Tastatur zum Touchpad. Per Geste lässt sich dann zum Beispiel scrollen.

2. Die Eingabehilfe der virtuellen Tastatur des Z10 wird auf die physische Tastatur übertragen. Oberhalb der Tasten, als am unteren Rand des Bildschirms wird eine Zeile eingeblendet, die Vorschläge unterbreitet, die sich dann per Berührung auswählen lassen. Zu Beginn eines Wortes werden das vor allem Satzzeichen sein. In einem Eingabefeld für E-Mails wird das @ eingeblendet. Schließlich erscheinen dann dort auch ganze Wörter.

Ich bin gespannt, ob ich damit zurechtkommen werde. Wie bei einem Touchscreen müsste der Blick ständig zwischen Tastatur und Anzeige wechseln. Am Q10 liebe ich aber, dass es reicht, auf die Tasten zu achten. Durch das haptische Feedback bin ich mir ziemlich sicher, was dann oben auf dem Bildschirm erscheint. Es könnte sein, dass sich Blackberry damit wieder einmal zu weit von der Vorliebe der klassischen Blackberry-Nutzer entfernt.

Für die gibt es dann aber noch den Blackberry Classic. Dort wird die gleiche Tastatur zu finden sein wie auf dem Q10 plus einem Touchpad und vier Extra-Tasten wie auf den Blackberrys vergangener Zeiten. Und der Classic könnte dann auch meine Wahl sein, denn sein Bilschirm wird mit einer Diagonalen von 3,5 Zoll doch einiges größer sein als der des Q10 mit 2,5 Zoll. Damit werden dann auch die Tasten en wenig größer.

Mehr Bilder auf Crackberry: [1], [2], [3], [4]

Update vom 29. Juli 2014

Es gibt auch zwei Videos, die die Größe des Blackberry Passport sehr schön verdeutlichen:

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3 Kommentare

  1. Eigentlich schade, dass seit dem Verkaufsstart des Passports hier scheinbar noch kein neuer Artikel hinzu gekommen ist, der das Thema noch einmal aufgreift und ein Fazit zieht.
    Trotzdem ein interessanter Artikel, der schon im Voraus die Vor- und Nachteile des Passports beschrieben hat.

  2. Eigentlich schade, dass seit dem Verkaufsstart des Passports hier scheinbar noch kein neuer Artikel hinzu gekommen ist, der das Thema noch einmal aufgreift und ein Fazit zieht.
    Auf jeden Fall interessant wie früh bereits abzusehen war, wie umstritten das Passport sein würde.

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